Auto­no­mie dank Robo­tik und digi­ta­len Hilfsmitteln

Autonomie dank Robotik und digitalen Hilfsmitteln - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz
Autonomie dank Robotik und digitalen Hilfsmitteln - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz

Ein inno­va­ti­ver Robo­ter­arm ermög­licht Men­schen mit hoher Läh­mung neue Frei­hei­ten. Denn in einem sich rela­tiv schnell wan­deln­den Hilfs­mit­tel­um­feld sucht und fin­det die SAHB Wege, streng nach dem Slo­gan «Wir fin­den Lösun­gen», wie die­se Hilfs­mit­tel im bestehen­den Hilfs­mit­tel­sys­tem in der Schweiz abge­ge­ben wer­den können.

Ein revo­lu­tio­nä­res Hilfs­mit­tel sorgt aktu­ell in der Schweiz für Auf­se­hen – und für juris­ti­sche und sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Dis­kus­sio­nen. Es han­delt sich um einen robo­ti­schen Arm, der direkt an einem Elek­tro­roll­stuhl oder Tisch befes­tigt wer­den kann. Mit sei­ner Drei-Fin­­ger-Greif­­tech­­nik und der sen­so­ri­schen Steue­rung ermög­licht er Men­schen mit hoher Läh­mung Tätig­kei­ten, die für vie­le ande­re selbst­ver­ständ­lich sind – etwa essen, trin­ken, sich das Gesicht berüh­ren, den Kopf krat­zen oder die Bril­le rich­ten. Die­ser Robo­ter­arm ermög­licht Schwerst­ge­lähm­ten einen ent­schei­den­den Schritt in Rich­tung Selbst­be­stim­mung und Teil­ha­be am All­tag. Die Funk­tio­nen und Vor­tei­le sind dem Erleb­nis­be­richt mit Seve­rin Bischof ein­drück­lich zu entnehmen.

Tech­no­lo­gie mit Perspektive
Die Robo­ter­hand ist mit Sen­so­rik aus­ge­stat­tet, die eine nut­zen­de Per­son selbst steu­ern kann. Gesteu­ert wird sie über den bereits vor­han­de­nen Joy­stick des Elek­tro­roll­stuhls oder über spe­zi­el­le Ein­ga­be­me­tho­den wie Zun­gen­steue­rung, Saug-Blas-Steu­e­rung, Augen‑, Kopf- oder Fuss­steue­rung. Dies je nach indi­vi­du­el­len Fähig­kei­ten des betrof­fe­nen Men­schen. Die Tech­no­lo­gie passt sich damit hoch­gra­dig per­so­na­li­siert an die Bedürf­nis­se der Nut­ze­rin­nen und Nut­zer an.

Der Mehr­wert liegt auf der Hand: Men­schen mit voll­stän­di­ger oder hoher Tetra­ple­gie oder ver­gleich­ba­ren Ein­schrän­kun­gen wie Mul­ti­pler Skle­ro­se (MS) oder Amyo­tro­pher Late­ral­skle­ro­se (ALS) sind bei ein­fa­chen Selbst­pfle­ge­hand­lun­gen nicht mehr per­ma­nent auf Hil­fe Drit­ter ange­wie­sen. Statt­des­sen erhal­ten sie ein Stück Auto­no­mie zurück – ein selbst­be­stimm­tes Leben rückt dadurch erst­mals in greif­ba­re Nähe. Wer ein­mal erlebt hat, wie bei einer erst­ma­li­gen Erpro­bung eines sol­chen Robo­ter­ar­mes der Gesichts­aus­druck der betrof­fe­nen, «im Kör­per gefan­ge­nen Men­schen» sich ener­gie­voll in Schmun­zeln und Strah­len ändert, weiss sofort, wel­che Dimen­si­on sich durch die­se Hilfs­mit­tel für die Betrof­fe­nen eröff­net. Genau des­halb ist es der SAHB ein Anlie­gen, sich um das Ebnen des oft stei­ni­gen Weges bis zur Finan­zie­rung einzusetzen.

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Ein Exo­ske­lett, wie es auf dem Bau zum Ein­satz kommt, ver­leiht Anwen­de­rin­nen und Anwen­dern eine Extra­por­ti­on Kraft, wenn die Arme müde wer­den, und ent­las­tet gleich­zei­tig den Nacken. (Foto: Festool)

Recht­li­che Her­aus­for­de­rung und Präzedenzfall
So über­zeu­gend die tech­ni­sche Ent­wick­lung auch ist, so holp­rig war und ist ihr Weg durch die sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Instan­zen. Der robo­ti­sche Arm kann der­zeit kei­ner Hilfs­mit­tel­ka­te­go­rie der Ver­ord­nung des EDI über die Abga­be von Hilfs­mit­teln durch die Inva­li­den­ver­si­che­rung (HVI) zuge­ord­net wer­den. Die HVI stammt aus einer Zeit, in der sol­che Tech­no­lo­gien schlicht noch nicht exis­tiert haben.

Der Robo­ter­arm erfüllt die bun­des­ge­richt­li­che Defi­ni­ti­on eines Hilfs­mit­tels nicht. Die Defi­ni­ti­on wird in meh­re­ren Bun­des­ge­richts­ur­tei­len genau beschrie­ben. Ent­spre­chend haben die IV-Stel­­len ers­te Gesu­che für die Kos­ten­über­nah­me zunächst abge­lehnt. Der Robo­ter­arm ist nicht direkt einer Kate­go­rie in der HVI zuor­den­bar, was zu ableh­nen­den Ent­schei­den führte.

Durch das Ein­schrei­ten eines Ver­wal­tungs­ge­richts kam Bewe­gung in die Sache. In einem kon­kre­ten Fall klag­te ein schwerst­ge­lähm­ter Antrag­stel­ler gegen die Ableh­nung der kan­to­na­len IV-Stel­­le und bekam recht. Ent­schei­den­des Argu­ment für den Rich­ter war die ver­gleich­ba­re Kos­ten­struk­tur einer myo­elek­tri­schen Arm­pro­the­se: Eine Pro­the­se, die den Arm von der Schul­ter bis zu den Fin­gern ersetzt, ver­ur­sacht ähn­lich hohe Kos­ten. Auch dann, wenn eine betrof­fe­ne Per­son bei­spiels­wei­se noch eine funk­tio­nie­ren­de zwei­te Hand besitzt. In sol­chen Fäl­len über­nimmt die IV-Stel­­le die Kos­ten, ohne dass sie die Zweck­mäs­sig­keit infra­ge stellt. Im Unter­schied zum Robo­ter­arm wird eine sol­che Pro­the­se mit dem Kör­per des Betrof­fe­nen ver­bun­den und kann klar einer HVI-Hilfs­­­mi­t­­tel­­ka­­te­­go­rie zuge­ord­net wer­den (Ziff. 1.02 HVI).

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neo1 wur­de spe­zi­ell für Per­so­nen mit ein­ge­schränk­ter Arm- und Hand­funk­ti­on ent­wi­ckelt. (Foto: Vin­cent Sys­tems GmbH)

Fach­tech­ni­sche Unter­stüt­zung durch die SAHB
Wesent­li­chen Anteil am posi­ti­ven Gerichts­ur­teil hat­te die fun­dier­te Beur­tei­lung durch die SAHB. Sie ver­glich die robo­ti­schen Assis­tenz­ar­me mit klas­si­schen Pro­the­sen­lö­sun­gen und zeig­te ein aus­ge­wo­ge­nes Kos­­ten-Nut­­zen-Ver­­häl­t­­nis auf. Dabei wur­de deut­lich, dass der Nut­zen der Robo­ter­tech­nik im All­tag für Betrof­fe­ne deut­lich über das rein Mecha­ni­sche hin­aus­geht – denn sie ermög­licht eine selbst­be­stimm­te Lebensführung.

Neue Wei­sung und zukünf­ti­ge Praxis
Den IV-Stel­­len wird basie­rend auf dem kan­to­na­len Gerichts­ur­teil nahe­ge­legt, dass robo­ti­sche Assis­tenz­ar­me unter die Hilfs­mit­tel­zif­fer der Arm­pro­the­sen sub­su­miert wer­den kön­nen. Damit liegt es künf­tig im Ermes­sen der jewei­li­gen IV-Stel­­le, auf Basis der indi­vi­du­el­len Ver­hält­nis­mäs­sig­keit – unter Ein­be­zug von Wohn­si­tua­ti­on, Ren­ten­ab­hän­gig­keit und Selbst­stän­dig­keits­po­ten­zi­al – über die Kos­ten­über­nah­me zu ent­schei­den. Die Kan­to­ne kön­nen in der föde­ra­lis­ti­schen Schweiz unter­schied­lich entscheiden.

Ein Hilfs­mit­tel mit Signal­wir­kung für die Zukunft
Die Ent­wick­lung des robo­ti­schen Arms für Betrof­fe­ne mar­kiert einen bedeu­ten­den Fort­schritt im Bereich assis­ti­ver Tech­no­lo­gien. Tech­nisch wie auch sozi­al­recht­lich wird Neu­land betre­ten. Der nun eta­blier­te Prä­ze­denz­fall ebnet den Weg für eine sys­te­ma­ti­sche­re Inte­gra­ti­on die­ser Inno­va­ti­on in die Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung. Bleibt zu hof­fen, dass die Regu­lie­rung rasch folgt – und Men­schen mit schwers­ten Ein­schrän­kun­gen nicht nur tech­nisch, son­dern auch recht­lich der Weg in ein selbst­be­stimm­tes Leben geeb­net wird. Die SAHB hofft auf vie­le strah­len­de Gesich­ter bei den noch fol­gen­den Erst­erpro­bun­gen des neu­en Hilfsmittels.

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Die myo­elek­tri­sche Hand­orthe­se Exo­mo­ti­on® hand one erfasst vor­han­de­ne Mus­kel­si­gna­le und wan­delt die­se in Greif­be­we­gun­gen um. (Foto: HKK Bio­nics GmbH)

Tech­no­lo­gi­sche Inno­ca­tio­nen für mehr Unabhängigkeit
Tech­no­lo­gi­sche Hilfs­mit­tel eröff­nen Men­schen mit schwe­ren kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen neue Wege zu mehr Selbst­be­stim­mung. Sprach­ge­steu­er­te Assis­tenz­sys­te­me, moder­ne Exo­ske­let­te oder smar­te Roll­stuhl­steue­run­gen zei­gen, wie digi­ta­le Inno­va­tio­nen die Lebens­qua­li­tät nach­hal­tig ver­bes­sern können.

Die digi­ta­le Elek­tro­tech­nik hat bemer­kens­wer­te Fort­schrit­te gemacht, die Men­schen mit schwe­ren kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen neue Wege zu mehr Auto­no­mie und Lebens­qua­li­tät eröff­nen. Von myo­elek­tri­schen Exo­ske­let­ten über intel­li­gen­te Roll­stuhl­steue­run­gen bis zu teil­au­to­no­men Fahr­zeu­gen – die Band­brei­te an assis­ti­ven Tech­no­lo­gien wächst stetig.

Sprach­ge­steu­er­te Behelfe
Dank gän­gi­gen Sprach­as­sis­ten­ten, wie Siri oder Ale­xa, sind heu­te diver­se Gerä­te über Sprach­be­feh­le steu­er­bar. Das Licht geht an, die Hei­zung kann gesteu­ert wer­den, die Kame­ra vor der Haus­tü­re zeigt, wer vor dem Haus ist, und die elek­tri­sche Tür lässt sich über Sprach­be­feh­le steu­ern. Durch das Smart­phone kön­nen auch Men­schen mit schwers­ter Läh­mung von die­sen Tech­no­lo­gien pro­fi­tie­ren. Die SAHB unter­stützt und berät Inter­es­sier­te schweiz­weit direkt vor Ort, denn vie­le Betrof­fe­ne benö­ti­gen Hil­fe beim Anwen­den sol­cher Assistenten.

Exo­ske­let­te: neue Mobi­li­tät durch Technik
Ein Exo­ske­lett, zu deutsch Aus­sen­ske­lett, ist ein von aus­sen am Kör­per getra­ge­nes mecha­ni­sches Gerüst, das die Trä­ge­rin oder der Trä­ger unter­stützt oder stärkt. Zum Bei­spiel bei kör­per­li­cher Arbeit in der Indus­trie oder auf dem Bau. Die Idee dahin­ter ist, den Kör­per mit einem Stütz­kor­sett zu unter­stüt­zen. Unter­neh­men wie Hil­ti oder Fest­ool haben ein eige­nes Bran­chen­feld für Exo­ske­let­te eröff­net. Nebst dem beruf­li­chen Kon­text gibt es auch Exo­ske­let­te für die Reha­bi­li­ta­ti­on und die pri­va­te Nut­zung im All­tag als Hilfs­mit­tel für Men­schen mit Behin­de­run­gen. Durch sie gewin­nen Men­schen mit Läh­mun­gen oder Mus­kel­schwä­chen ver­lo­ren gegan­ge­ne Bewe­gungs­funk­tio­nen teil­wei­se zurück. Sie hel­fen bei­spiels­wei­se beim Auf­ste­hen, beim Gehen oder beim Heben von Gegenständen.

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Mune­vo Dri­ve erkennt Kopf­be­we­gun­gen und wan­delt sie in Steu­er­si­gna­le für den Elek­tro­roll­stuhl um. (Foto: Mune­vo GmbH)

neo1 von Vin­cent Systems
neo1 ist ein myo­elek­tri­sches Exo­ske­lett für die obe­re Extre­mi­tät, das sich unter der Klei­dung tra­gen lässt. Es wur­de spe­zi­ell für Per­so­nen mit ein­ge­schränk­ter Arm- und Hand­funk­ti­on ent­wi­ckelt, etwa nach Schlag­an­fäl­len oder Ple­xus­ver­let­zun­gen. Durch das Erfas­sen von Mus­kel­si­gna­len ermög­licht es geziel­te Bewe­gun­gen und unter­stützt so das Wie­der­erlan­gen von Alltagsfähigkeiten.

Exo­mo­ti­on® hand one von HKK Bionics
Die Exo­mo­ti­on® hand one ist eine myo­elek­tri­sche Hand­orthe­se, die Men­schen mit schlaf­fer oder spas­ti­scher Läh­mung der Hand das Grei­fen wie­der ermög­licht. Sie erfasst vor­han­de­ne Mus­kel­si­gna­le – auch aus alter­na­ti­ven Mus­kel­grup­pen – und wan­delt die­se in Greif­be­we­gun­gen um. Dies erleich­tert vie­le all­täg­li­che Auf­ga­ben und för­dert die Selbstständigkeit.

Intel­li­gen­te Roll­stuhl­steue­rung: mune­vo Dri­ve oder MyEcc
Für Men­schen mit sehr ein­ge­schränk­ter Mobi­li­tät bie­tet mune­vo Dri­ve eine inno­va­ti­ve Lösung. Die­se smar­te Roll­stuhl­steue­rung basiert auf einer Daten­bril­le, die Kopf­be­we­gun­gen erkennt und in Steu­er­si­gna­le für den Elek­tro­roll­stuhl umwan­delt. So kön­nen Nut­zen­de ihren Roll­stuhl frei­hän­dig und intui­tiv steu­ern – eine ele­gan­te Alter­na­ti­ve zu her­kömm­li­chen Steue­rungs­sys­te­men. Die Bril­le lässt sich mit gerin­gem Auf­wand im Hilfs­mit­tel­de­pot der SAHB bewirt­schaf­ten. Die kos­ten­in­ten­si­ve Anschaf­fung rela­ti­viert sich dadurch.

Mit MyEcc wird ein Roll­stuhl mit­tels Bewe­gun­gen der Iris gesteu­ert. Auch die­se Steu­er­op­ti­on ermög­licht es Betrof­fe­nen, ein Stück Selbst­be­stim­mung zurück­zu­be­kom­men. Die SAHB hat im Bereich der Son­der­steue­rung bereits wich­ti­ge Hür­den für Kos­ten­trä­ger wie IV oder Suva und damit auch für Betrof­fe­ne abgebaut.

Auto­no­me Fahr­zeu­ge: Mobi­li­tät der Zukunft
Selbst­fah­ren­de Autos könn­ten in Zukunft eine bedeu­ten­de Rol­le für die Mobi­li­tät von Men­schen mit Behin­de­run­gen spie­len. Gros­ses Poten­zi­al bie­ten Fahr­zeu­ge der Auto­no­mie­stu­fe 5, die voll­stän­dig ohne mensch­li­ches Ein­grei­fen ope­rie­ren. Von 2016 bis 2021 waren in Sit­ten die SmartS­hut­tles «Valè­re» und «Tour­bil­lon» von Post­Au­to unter­wegs. Sie waren die welt­weit ers­ten auto­no­men Fahr­zeu­ge, die im öffent­li­chen Ver­kehr ein­ge­setzt wur­den. Die SAHB sieht in die­sem Bereich einen wun­der­ba­ren, aber bis­lang nicht umsetz­ba­ren Nut­zen für Per­so­nen mit schwe­ren Ein­schrän­kun­gen. Wie wäre es, wenn eine Per­son im Roll­stuhl selbst­stän­dig ins Auto gelan­gen, das Ziel der Fahrt ein­ge­ben und sicher ans Ziel kom­men könn­te? Bevor es so weit ist, gibt es noch eini­ge Her­aus­for­de­run­gen zu meistern:
– Roll­stuhl­ar­re­tie­rung: Das siche­re und selbst­stän­di­ge Fixie­ren von Roll­stüh­len im Fahr­zeug ist noch nicht voll­stän­dig auto­ma­ti­siert. Docking-Sys­­te­­me wie Dahl Vario­Dock™ bie­ten fle­xi­ble Lösun­gen, erfor­dern jedoch oft manu­el­le Anpas­sun­gen.
– Stan­dar­di­sie­rung: Die Viel­falt an Roll­stuhl­mo­del­len erschwert die Ent­wick­lung ein­heit­li­cher Docking-Sys­­te­­me. Eine bran­chen­wei­te Stan­dar­di­sie­rung wäre not­wen­dig, um eine brei­te Kom­pa­ti­bi­li­tät zu gewähr­leis­ten.
– Recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen: In vie­len Län­dern, so auch in der Schweiz und in Deutsch­land, sind voll­stän­dig auto­no­me Fahr­zeu­ge der Stu­fe 5 noch nicht gesetz­lich zuge­las­sen. Pilot­pro­jek­te in Städ­ten wie Ham­burg oder in den USA zei­gen jedoch bereits ers­te Erfol­ge. Im Feld der assis­ti­ven Hilfs­mit­tel sind noch vie­le Stei­ne aus dem Weg zu räu­men. Auch der Begriff Hilfs­mit­tel, der juris­tisch gese­hen nur dann erfüllt ist, wenn es am Kör­per getra­gen wird, muss neu über­dacht werden.

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MyEcc steu­ert den Roll­stuhl mit­tels Bewe­gun­gen der Iris. (Foto: HomeBrace)

Digi­ta­le Hilfs­mit­tel als Chan­ce für mehr Inklusion
Die vor­ge­stell­ten Tech­no­lo­gien zei­gen ein­drück­lich, wie digi­ta­le Inno­va­tio­nen dazu bei­tra­gen kön­nen, die Lebens­qua­li­tät von Men­schen mit kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen zu ver­bes­sern. Wäh­rend Exo­ske­let­te und intel­li­gen­te Steue­rungs­sys­te­me bereits heu­te im All­tag Anwen­dung fin­den, steht die Inte­gra­ti­on der auto­no­men Fahr­zeu­ge noch vor eini­gen Her­aus­for­de­run­gen. Mit fort­schrei­ten­der For­schung, tech­ni­scher Wei­ter­ent­wick­lung und recht­li­cher Anpas­sung lies­sen sich auch die­se Hür­den über­win­den – auf dem Weg zu einer inklu­si­ve­ren Mobi­li­tät für alle.

Die Fach­leu­te der SAHB ste­hen neu­en Tech­no­lo­gien offen gegen­über und fin­den stets Lösun­gen. Auch in der Zusam­men­ar­beit mit dem Bun­des­amt für Sozi­al­ver­si­che­run­gen sucht man nach Wegen, wie und wo wel­che wei­te­ren Finan­zie­rungs­op­tio­nen infra­ge kom­men. Die SAHB hat in die­sem Bereich die bera­ten­de Funk­ti­on, aus fach­tech­ni­scher Sicht die neu­en Hilfs­mit­tel zu objek­ti­vie­ren sowie Vor- und Nach­tei­le aufzuzeigen.

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Der SmartS­hut­tle «Tour­bil­lon» fuhr zwi­schen 2016 und 2021 auto­nom durch Sit­ten. (Foto: PostAuto)

 

IV-Depots: nach­hal­tig und ressourcenschonend

Werkstätte - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz 4
[Titel] - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz 13

Alle acht Hilfs­mit­tel­zen­tren der SAHB füh­ren im Man­dat des Bun­des­am­tes für Sozi­al­ver­si­che­run­gen (BSV) ein Hilfs­mit­tel­de­pot, kurz IV-Depot. Die­se IV-Depots sind eine gute Sache, denn hier erhal­ten nicht mehr gebrauch­te Hilfs­mit­tel ein neu­es Leben. Die Fach­leu­te revi­die­ren und repa­rie­ren sie und geben sie an eine nächs­te nut­zen­de Per­son ab. Schweiz­weit war­ten ca. 4000 Hilfs­mit­tel auf den Wie­der­ein­satz. Das Team in Itti­gen gibt jähr­lich etwa 700 Hilfs­mit­tel ab. Genau­so vie­le Hilfs­mit­tel kom­men pro Jahr ins Depot zurück. Doch was genau pas­siert in einem IV-Depot? Ein Besuch im IV-Depot in Itti­gen bringt Licht ins Dun­kel. Ein Bei­spiel: Eine Per­son hat einen Roll­stuhl, benö­tigt nun aber einen neu­en. Die IV erteilt ihr eine Kos­ten­gut­spra­che und schickt ihr gleich­zei­tig einen Rück­for­de­rungs­auf­trag. In die­sem steht, dass die Per­son den alten Roll­stuhl im IV-Depot abge­ben muss. Das Team der SAHB erhält die­ses Schrei­ben auch und weiss dann, dass ein Roll­stuhl zurück­kommt. Für die Rück­ga­be gibt es ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten: Die Per­son bringt das Hilfs­mit­tel in ein IV-Depot oder lässt es von der SAHB abho­len. Oder sie bringt das Hilfs­mit­tel in den Fach­han­del, der dann meh­re­re gleich­zei­tig ins IV-Depot retourniert.

Rück­ga­be und ers­te Kontrolle
Im IV-Depot in Itti­gen ange­kom­men, kommt das Hilfs­mit­tel zuerst ins Unter­ge­schoss des Gebäu­des. Dort sind die Anlie­fe­rung und die Hal­le, in der unter­schied­lichs­te retour­nier­te Roll­stüh­le, Elek­tro­mo­bi­le, Pfle­ge­bet­ten und ande­re Hilfs­mit­tel ste­hen. Man­che Roll­stüh­le sehen ziem­lich mit­ge­nom­men aus. Kaum vor­stell­bar, dass die­se wie­der in Umlauf gehen. In der Hal­le unter­zie­hen der Team­lei­ter Bera­tung und der Werk­statt­lei­ter die Hilfs­mit­tel einer ers­ten Kon­trol­le. Sie ent­schei­den, wel­che Hilfs­mit­tel sie kom­plett revi­die­ren, von wel­chen sie noch Ersatz­tei­le brau­chen kön­nen und wel­che ent­sorgt und recy­celt wer­den. Nach einem Ampel­sys­tem mit Auf­kle­bern kenn­zeich­nen sie die Hilfs­mit­tel. Grün bedeu­tet, das Hilfs­mit­tel wird wie­der ein­ge­setzt, rot ist zum Ent­sor­gen und blau kenn­zeich­net Hilfs­mit­tel, die Ersatz­tei­le lie­fern. Sind Hilfs­mit­tel in der Schweiz nicht mehr zuge­las­sen oder lie­fert der Fach­han­del kei­ne Ersatz­tei­le mehr, zie­hen eini­ge, noch funk­ti­ons­tüch­ti­ge Hilfs­mit­tel wei­ter nach Äthio­pi­en und leis­ten dort gute Diens­te (sie­he Kas­ten). Gene­rell gilt: Gibt das IV-Depot älte­re Model­le gra­tis ab, unter­schrei­ben die Abneh­mer, dass sie kei­nen Pro­fit dar­aus schlagen.

Zurück in die Hal­le. Die Fach­leu­te füh­ren über jedes Hilfs­mit­tel exakt Buch und erfas­sen alle Details in ihrem Sys­tem. So haben sie den Über­blick und wis­sen, was sie alles im Depot lagern. Auf die­se Daten­bank haben alle IV-Depots Zugriff und kön­nen bei Bedarf ein Hilfs­mit­tel an einem ande­ren Stand­ort bestel­len. Meis­tens sind dies Roll­stüh­le. «Rol­la­to­ren und Pfle­ge­bet­ten ver­schie­ben wir nicht von einem Depot ins nächs­te, da es nicht wirt­schaft­lich ist», erklärt Alex­an­dra Frey. Sie lei­tet das Hilfs­mit­tel­zen­trum in Ittigen.

Cle­ver gela­gert und organisiert
Recy­celn die Fach­leu­te Hilfs­mit­tel, schau­en sie genau hin und demon­tie­ren Zube­hör, das für Repa­ra­tu­ren und Revi­sio­nen nütz­lich sein könn­te. Vie­le Hilfs­mit­tel ent­hal­ten Alu­mi­ni­um und Elek­tro­nik. «Gera­de Elek­tro­roll­stüh­le geben immer wert­vol­les Ersatz­ma­te­ri­al her», erläu­tert Alex­an­dra Frey. Was übrig bleibt, trennt und ent­sorgt das Team fach­ge­recht. Hilfs­mit­tel für den Wie­der­ein­satz sind im zwei­ten Stock des Hilfs­mit­tel­zen­trums. Dort befin­den sich die Werk­statt und die Lager­hal­len. Letz­te­re sind das Herz­stück des IV-Depots. In den Hal­len befin­den sich rei­hen­wei­se Rega­le mit unre­vi­dier­ten Hilfs­mit­teln. Hier gibt es alles: von Steh­ge­stel­len, Kin­der­sit­zen und Ram­pen über Kin­der­roll­stüh­le, Elek­­t­ro- und Hand­roll­stüh­le bis hin zu Elek­tro­an­trie­ben, Trep­pen­steig­ge­rä­ten, Scoo­tern und Pfle­ge­bet­ten. In Schrän­ken befin­den sich neue Sitz­kis­sen und in Kis­ten das Ersatz­ma­te­ri­al. Alles ist nach Art und Grös­se sor­tiert, beschrif­tet und mit Sys­tem orga­ni­siert. Alex­an­dra Frey nennt das IV-Depot einen Gemischt­wa­ren­han­del. Wäh­rend sich der Fach­han­del meist auf aus­ge­wähl­te Hilfs­mit­tel kon­zen­triert, erhal­ten die IV-Depots die unter­schied­lichs­ten Produkte.

Schnell ver­füg­bar, ein Vor­teil der IV-Depots
«Man­che Hilfs­mit­tel sind schnell weg, ande­re ste­hen lan­ge hier», führt Alex­an­dra Frey aus. Etwa, weil sie eine Grös­se haben, die nur weni­gen Per­so­nen passt, oder weil es ein spe­zi­el­les Hilfs­mit­tel ist. Wenn jemand ein Hilfs­mit­tel benö­tigt, steht es inner­halb von zwei bis drei Tagen bereit. Zeit ist ein ent­schei­den­der Vor­teil der IV-Depots gegen­über dem Fach­han­del. «Die­ser hat oft kei­ne gros­sen Lager und bestellt die Hilfs­mit­tel bei den Her­stel­lern», so Alex­an­dra Frey. Bei Lie­fer­eng­päs­sen oder je nach Welt­la­ge kann sich die War­te­zeit um Mona­te hin­aus­zö­gern. In den IV-Depots steht das Mate­ri­al bereit. Auch das Insel­spi­tal bezieht Hilfs­mit­tel aus dem IV-Depot in Itti­gen. «Wenn sie ein Pfle­ge­bett oder einen Roll­stuhl für die Pal­lia­tiv­pfle­ge benö­ti­gen, muss es schnell gehen», erzählt Alex­an­dra Frey.

Die Werk­statt ver­leiht neu­en Glanz
Damit die Fach­leu­te ein Hilfs­mit­tel auf­be­rei­ten kön­nen, erhal­ten sie einen Werk­statt­an­trag. Die­sen erstellt die Per­son, die die Kli­en­tin oder den Kli­en­ten bera­ten hat. Der Werk­statt­an­trag beschreibt genau, wie die Werk­statt­mit­ar­bei­ten­den das Hilfs­mit­tel anpas­sen müs­sen. Sie holen das ent­spre­chen­de Hilfs­mit­tel aus dem Lager, anschlies­send lagern sie es in einer Art War­te­zim­mer zwi­schen, denn die Mit­ar­bei­ten­den der Werk­statt arbei­ten die Hilfs­mit­tel nach Prio­ri­tät ab. Oft geht ein Hilfs­mit­tel vor der Revi­si­on unter die Dusche. Dazu hat das IV-Depot einen sepa­ra­ten Raum. Die­ser ist mit einem Hoch­druck­rei­ni­ger, einer Wasch­ma­schi­ne, Ent­kal­kungs­mit­tel für Dusch­stüh­le sowie Rei­­ni­­gungs- und Des­in­fek­ti­ons­mit­teln aus­ge­stat­tet. Die Mecha­ni­ker neh­men das Hilfs­mit­tel aus­ein­an­der, rei­ni­gen es gründ­lich und las­sen es trock­nen. Anschlies­send berei­ten sie es auf, erset­zen altes Mate­ri­al mit neu­em, repa­rie­ren und pas­sen es genau an die Per­son an, die es erhält. Es ist erstaun­lich, wel­chen Wan­del die Hilfs­mit­tel durch­lau­fen. Denn nach geta­ner Arbeit sehen sie aus wie neu und war­ten dar­auf, abge­holt zu werden.

IV-Depots: nachhaltig und ressourcenschonend - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz  IV-Depots: nachhaltig und ressourcenschonend - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz 1
Gebrauch­te Hilfs­mit­tel, die ins IV-Depot zurückkommen, sehen mit­un­ter ziem­lich lädiert aus

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Kor­rek­tes Ent­sor­gen und Recy­cling sind für 2 das IV-Depot das A und O.

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In den Lager­hal­len sta­peln sich Hilfs­mit­tel und 3 Ersatz­tei­le aller Art – mit Sys­tem organisiert.

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Durch den Werk­statt­an­trag wis­sen die Werk­statt­mit­ar­bei­ten­den, was sie alles für die neue nut­zen­de Per­son anpas­sen müssen.

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Die War­te­schlan­ge mit den zu revi­die­ren­den Hilfsmitteln

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In die­sem Raum rei­ni­gen die Fach­leu­te die Hilfsmittel.

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Der Werk­statt­mit­ar­bei­ter berei­tet einen Kin­der­roll­stuhl neu auf.

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Das aus­ein­an­der­ge­nom­me­ne Steh­ge­stell für ein Kind wird neu bestückt.

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Wie neu: Ein fer­tig revi­dier­ter Roll­stuhl mit Zug­ge­rät ist bereit zum Abholen.

In Äthio­pi­en wei­ter im Einsatz

Hilfs­mit­tel, die aus­ran­giert sind oder den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen der Schweiz nicht mehr genügen, erhal­ten ein wei­te­res Leben in Äthio­pi­en. Rollstühle und Hilfs­mit­tel sind dort, wie auch in ande­ren afri­ka­ni­schen Län­dern, ein rares Gut. 17 Pro­zent der Men­schen in Äthio­pi­en leben mit einer Behin­de­rung. Gründe sind Krieg, Krank­hei­ten oder Unfäl­le. Die SAHB unterstützt mit ihrem Part­ner Rol­laid aus Inter­la­ken die Non-Pro­­fit-Orga­­ni­­sa­­ti­on Addis Guzo. Nebst Mate­ri­al­spen­den rei­sen auch regel­mäs­sig zwei Mit­ar­bei­ten­de der SAHB nach Äthio­pi­en, um die Men­schen im Umgang mit Hilfs­mit­teln zu schulen.

Video über Addis Guzo in eng­li­scher Sprache

Mehr erfah­ren:

www.rollaid.org
www.addisguzo.com

IV-Depots: ein Leistungsauftrag

Die IV-Depots bei der SAHB sor­gen dafür, dass gebrauch­te Hilfs­mit­tel gewar­tet und wie­der­ver­wen­det wer­den. So ent­steht ein nach­hal­ti­ger Kreis­lauf, der Res­sour­cen schont und der IV Kos­ten einspart.

Die SAHB bewirt­schaf­tet das Hilfs­mit­tel­de­pot der Inva­li­den­ver­si­che­rung (IV-Depot) im Auf­trag des Bun­des­am­tes für Sozi­al­ver­si­che­run­gen (BSV). In den Depots ste­hen ver­schie­dens­te Hilfs­mit­tel zum Wie­der­ein­satz bereit. Wie ist es zu die­ser Zusam­men­ar­beit gekom­men? Frü­her war es so: Die IV bezog Hilfs­mit­tel über den Fach­han­del. Nicht mehr gebrauch­te Hilfs­mit­tel gin­gen je nach kan­to­na­ler Rege­lung an unter­schied­li­che Stel­len zurück. Ein teu­res und öko­lo­gisch wenig sinn­vol­les Unter­fan­gen für die IV, denn sie kauf­te immer neue Hilfs­mit­tel. Des­halb mach­te sich die IV im Jahr 1988 auf die Suche nach einer unab­hän­gi­gen Orga­ni­sa­ti­on, um die Idee der IV-Depots zu ver­wirk­li­chen. Eine zen­tra­le Stel­le soll­te die Hilfs­mit­tel ver­wal­ten, war­ten und zum Wie­der­ver­wen­den auf­be­rei­ten. Die IV wur­de bei der SAHB fün­dig, da die­se nur bera­tend tätig ist und selbst nicht als Fach­händ­le­rin fungiert.

Ein nach­hal­ti­ger Kreislauf
Noch heu­te bezieht die IV die Hilfs­mit­tel im Fach­han­del und gibt die­se leih­wei­se an Per­so­nen ab, die sie benö­ti­gen. Ein Kind im Wachs­tum oder eine Per­son mit fort­schrei­ten­der Erkran­kung benö­tigt rasch ein ande­res Hilfs­mit­tel. Der Unter­schied zu frü­her ist: Heu­te gehen die gebrauch­ten Hilfs­mit­tel in eines der IV-Depots bei der SAHB. Die Fach­leu­te revi­die­ren sie und geben sie an die nächs­te Per­son ab. Ein nach­hal­ti­ger und res­sour­cen­scho­nen­der Kreis­lauf. «Natür­lich ist es auch wich­tig, dass der Fach­han­del neue Hilfs­mit­tel abgibt, sonst sind die IV-Depots eines Tages leer», erklärt Alex­an­dra Frey. Wie erhält jemand ein Hilfs­mit­tel aus dem IV-Depot? Es gibt ver­schie­de­ne Wege. Ein Bei­spiel­sze­na­rio: Eine Per­son, die einen neu­en Roll­stuhl benö­tigt, wen­det sich an den Fach­han­del. Die­ser erör­tert mit ihr, wel­ches Modell und wel­che Anpas­sun­gen sie braucht. Statt den Roll­stuhl direkt zu ver­kau­fen und der IV zu ver­rech­nen, muss der Fach­han­del erst beim IV-Depot abklä­ren, ob dort ein pas­sen­des Modell vor­han­den ist. Wenn ja, erhält die Per­son das Hilfs­mit­tel aus dem IV-Depot, wenn nicht, vom Fach­han­del. Vie­le Kli­en­tin­nen und Kli­en­ten der SAHB ken­nen das IV-Depot inzwi­schen seit Jah­ren und kon­tak­tie­ren im Bedarfs­fall die Fach­leu­te auch direkt. Fal­len bei einem Hilfs­mit­tel aus dem IV-Depot Repa­ra­tu­ren oder Revi­sio­nen an, kön­nen sich Nut­zen­de jeder­zeit an die Werk­statt des IV-Depots wenden.

Ohne Pro­fit
Das IV-Depot erhält für jedes Hilfs­mit­tel einen Pau­schal­be­trag von der IV. Die­ser deckt Mate­ri­al, War­tung und Löh­ne der Mit­ar­bei­ten­den. Der erwirt­schaf­te­te Über­schuss aus den IV-Depots fliesst Ende Jahr ans BSV zurück. Die SAHB erzielt kei­nen Gewinn aus der Bewirt­schaf­tung des IV- Depots.

 

Gut zu wissen

Der Grund­satz der IV lau­tet: «Es besteht nur Anspruch auf Hilfs­mit­tel in ein­fa­cher, zweck­mäs­si­ger und wirt­schaft­li­cher Aus­füh­rung. Durch eine ande­re Aus­füh­rung beding­te zusätz­li­che Kos­ten hat der Ver­si­cher­te selbst zu tra­gen.» (Art. 2 der Ver­ord­nung des Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­ments des Innern über die Abga­be von Hilfs­mit­teln durch die Invalidenversicherung)

Sesam, öff­ne dich

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Ob zu Hau­se, am Arbeits­platz oder im öffent­li­chen Bereich: Türen gibt es über­all. Für Men­schen mit kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen sind sie jedoch oft­mals ein Hin­der­nis. Betrof­fen sind Roll­stuhl­fah­ren­de sowie Men­schen mit einer Geh­be­hin­de­rung, zum Bei­spiel wenn sie mit einem Rol­la­tor unter­wegs sind. Das selbst­stän­di­ge Öff­nen von Türen ent­schei­det oft dar­über, ob Men­schen mit kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen selbst­be­stimmt ein Gebäu­de oder einen Raum betre­ten kön­nen oder ob sie aus­ge­schlos­sen werden.

Bar­rie­re­freie Türen: Norm und Herausforderungen
Die Schwei­zer Norm für hin­der­nis­freie Bau­ten regelt die Anfor­de­run­gen an Türen für öffent­li­che Bau­ten, Wohn­bau­ten und Bau­ten mit Arbeits­plät­zen. Sie gilt für Neu­bau­ten, umfas­sen­de Sanie­run­gen und Umnut­zun­gen. In vie­len neu­en Lie­gen­schaf­ten sind Türen breit genug, um sie mit einem Roll­stuhl zu pas­sie­ren, und sie wei­sen kei­ne Schwel­len auf. Es gibt jedoch nach wie vor vie­le älte­re Bau­ten, bei denen die­se Norm bis jetzt nicht ange­wen­det wird, da Häu­ser noch nicht reno­viert sind. In vie­len Berei­chen, etwa in öffent­li­chen Gebäu­den, Restau­rants oder Arzt­pra­xen, kön­nen Betrof­fe­ne nur auf die Hin­der­nis­se hin­wei­sen. Im per­sön­li­chen Umfeld oder am Arbeits­platz ist ihr Ein­fluss grösser.

Wenn Türen zum Hin­der­nis werden
Manch­mal reicht einem Men­schen mit kör­per­li­cher Ein­schrän­kung die Kraft oder die Moto­rik der obe­ren Extre­mi­tä­ten nicht aus, um den Schlüs­sel zu dre­hen oder die Tür­fal­le zu drü­cken. Haus­ein­gangs­tü­ren sind oft sehr schwer oder haben einen auto­ma­ti­schen Tür­schlies­ser. Des­sen Kraft drückt gegen das Öff­nen der Tür, wes­halb ein Mensch mit kör­per­li­cher Ein­schrän­kung die­se nicht öff­nen kann. Dabei macht es kei­nen Unter­schied, ob der Mensch mit einem Rol­la­tor, einem manu­el­len Roll­stuhl, einem Elek­tro­roll­stuhl oder einem Roll­stuhl mit Zug­ge­rät die Tür benut­zen muss. Die Kraft der Tür kann einen Men­schen mit einem Rol­la­tor aus dem Gleich­ge­wicht brin­gen, wodurch die Gefahr eines Stur­zes besteht. Mit einem Roll­stuhl ist es schwie­rig, mit einer Hand den Schlüs­sel im Schloss zu dre­hen, gleich­zei­tig die Tür auf­zu­zie­hen und dabei den Roll­stuhl zurück­zu­fah­ren. Hat es vor der Tür noch eine Stei­gung, so ist es fast unmög­lich. Für Men­schen mit einer Halb­sei­ten­läh­mung ist es kom­plett unmög­lich, mit nur einer Hand die Tür zu öff­nen und gleich­zei­tig den Roll­stuhl zu fah­ren. Das Öff­nen einer Tür mit einem Roll­stuhl mit Zug­ge­rät ist meis­tens nicht mach­bar, da wegen des Zug­ge­rä­tes die Distanz zur Tür­fal­le zu gross ist. Für Roll­stuhl­fah­ren­de ist die Frei­flä­che neben einer Tür ent­schei­dend. Die­se Flä­che ist wich­tig, um mit dem Roll­stuhl zu manö­vrie­ren. Bei engen Kor­ri­do­ren, wie bei einem Zugang in eine Tief­ga­ra­ge, ist sie oft nicht gege­ben. Doch es gibt Lösun­gen, um Türen roll­stuhl­gän­gig abzuändern.

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Bild links: Trep­pen aus­sen und innen, kein Gelän­der, wenig Platz – Alt­bau­häu­ser sind Para­de­bei­spie­le für Hindernisse.
Bild rechts: Haus­tü­ren zugäng­lich zu machen, ist meis­tens bewilligungsfrei.

Bei Tür­an­pas­sun­gen beachten
Wie die Tür ange­passt wer­den muss, hängt davon ab, ob jemand sie selbst­stän­dig benutzt oder ob immer eine Hilfs­per­son dabei ist. Für Men­schen, die selbst­stän­dig mit dem Roll­stuhl unter­wegs sind, ist es wich­tig, dass sie die Türen ohne frem­de Hil­fe öff­nen kön­nen. Dabei ist es ent­schei­dend, wie stark die kör­per­li­che Ein­schrän­kung ist. Eine umfas­sen­de Abklä­rung gibt Auf­schluss dar­über, wie die Türen im Ein­zel­fall anzu­pas­sen sind. Sol­che Abklä­run­gen kön­nen Betrof­fe­ne von sich aus initi­ie­ren, zum Bei­spiel mit Unter­stüt­zung der SAHB, von Architekt/innen oder von Fach­per­so­nen für Tür­au­to­ma­tio­nen. Steht der Ent­scheid, offe­riert Letz­te­re die pas­sen­de Lösung.

Für das Anpas­sen von Türen braucht es meist kei­ne Bau­be­wil­li­gung. Aus­nah­men bil­den Aus­sen­tü­ren, die die Fas­sa­de ver­än­dern. Das Bau­amt der zustän­di­gen Gemein­de gibt Inter­es­sier­ten Aus­kunft. Bei einem Miet­ob­jekt muss die Ver­mie­ter­schaft ein­wil­li­gen. In der eige­nen Lie­gen­schaft ist in der Regel kei­ne Bewil­li­gung not­wen­dig, auch hier mit einer Aus­nah­me: Tür­an­pas­sun­gen im öffent­li­chen Bereich eines Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses mit Eigen­tums­woh­nun­gen. Hier müs­sen die Miteigentümer/innen zustim­men. Bei Anpas­sun­gen am Arbeits­platz ist die Zustim­mung des Arbeit­ge­bers not­wen­dig. Dabei ist es wich­tig, ob die Lie­gen­schaft dem Arbeit­ge­ber gehört oder ob die Fir­ma ein­ge­mie­tet ist. Ein Bei­spiel: Ist ein Unter­neh­men in einem Büro­ge­bäu­de ein­ge­mie­tet, muss die Eigen­tü­mer­schaft mit der Tür­an­pas­sung ein­ver­stan­den sein, ins­be­son­de­re, wenn es auch wie beim Haus­ein­gang ande­re Miet­par­tei­en betrifft.

Tür­schwel­len
Vor allem in Alt­bau­ten haben Türen – oft meh­re­re Zen­ti­me­ter hohe – Schwel­len. Sol­che gibt es auch bei Zugän­gen in den Kel­ler oder in Tief­ga­ra­gen. Schwel­len sind für Men­schen mit Geh­be­hin­de­run­gen eine Stol­per­fal­le und für eini­ge Roll­stuhl­fah­ren­de ein gros­ses Hin­der­nis. Eine klei­ne Schwel­le von 25 mm ist für akti­ve Roll­stuhl­fah­ren­de leicht zu über­fah­ren. Für Men­schen mit Ein­schrän­kun­gen in den obe­ren Extre­mi­tä­ten ist sie unüber­wind­bar. Ein Elek­tro­roll­stuhl schafft grös­se­re Schwel­len von etwa 4 bis 5 cm. Dabei ent­ste­hen jedoch Erschüt­te­run­gen, die eini­ge Roll­stuhl­fah­ren­de schlecht ertra­gen. Für das Anpas­sen von Tür­schwel­len gibt es ver­schie­de­ne Möglichkeiten.

Eine Vari­an­te ist das Anbrin­gen von Schwel­len­kei­len. Die­se gibt es im Fach­han­del in ver­schie­de­nen Höhen und Brei­ten aus Holz, Metall oder Kunst­stoff. Bei Bedarf fer­ti­gen sie Schreiner/innen, Metallbauer/innen, Bau­fir­men oder der Reha-Fach­han­­del nach Mass an. Die Schwel­len­kei­le müs­sen so hoch sein, dass man die Tür noch schlies­sen kann. Ist ein schwel­len­frei­er Über­gang not­wen­dig, muss die Tür auf die rich­ti­ge Län­ge gekürzt wer­den. Es ist auch mög­lich, Schwel­len bau­lich zu ent­fer­nen. Dies ist bei Holz­schwel­len rela­tiv ein­fach. Nach dem Ent­fer­nen der Schwel­le muss der Boden­be­lag ange­passt wer­den. Bei beto­nier­ten Schwel­len ist das Ent­fer­nen auf­wen­di­ger. Nach dem Ent­fer­nen der Schwel­le muss die Tür ver­län­gert oder durch eine län­ge­re Tür ersetzt wer­den. Bei Haus­tü­ren kann es sein, dass eine neue Dich­tung ein­ge­baut wer­den muss. Auch Tür­schwel­len­brü­cken und Tür­schwel­len­ram­pen sind ein­fach anzubringen.

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Bei Miet­woh­nun­gen, Stock­werk­ei­gen­tum oder am Arbeits­platz braucht es die Zustim­mung der Ver­wal­tung der Miteigentümer/innen oder der Eigentümerschaft.

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Durch Tür­schwel­len­brü­cken las­sen sich Schwel­len leicht überwinden.
Eine ande­re Mög­lich­keit sind Türschwellenrampen.

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Tür­schwel­len­ram­pen gibt es in ver­schie­de­nen Varianten.

Tür­brei­ten
In neue­ren Lie­gen­schaf­ten sind die Haus‑, die Woh­­nungs- und die Bade­zim­mer­tü­ren für die Durch­fahrt mit einem Roll­stuhl meis­tens breit genug. Das­sel­be gilt für die Türen zu öffent­li­chen Gebäu­den. Es gibt aber noch vie­le alte Lie­gen­schaf­ten mit schma­len Türen. Oft sind die Türen in Innen­räu­men mit einer Brei­te von 60 bis 70 cm für einen Roll­stuhl oder einen Rol­la­tor zu schmal. Damit sich Roll­stuhl­fah­ren­de beim Durch­fah­ren nicht die Fin­ger ver­let­zen, ist die Tür opti­ma­ler­wei­se 10 cm brei­ter als die Gesamt­brei­te des Roll­stuhls. In Lie­gen­schaf­ten, die nach der Norm für hin­der­nis­freie Bau­ten erstellt wur­den, sind die Türen min­des­tens 80 cm breit.

Ist genug Platz vor­han­den, las­sen sich schma­le Türen ver­brei­tern. Das ist je nach Bau­art der Tür mehr oder weni­ger auf­wen­dig. Holzz­ar­gen sind ein­fa­cher zu ent­fer­nen als Metallz­ar­gen. Auch macht es einen Unter­schied, ob es sich um eine Back­stein­mau­er oder eine Beton­mau­er han­delt. Bei Leicht­bau­wän­den ist es rela­tiv ein­fach, eine Tür zu ver­brei­tern. Han­delt es sich hin­ge­gen um eine tra­gen­de Wand, so sind teil­wei­se auch sta­ti­sche Mass­nah­men not­wen­dig, und es muss ein neu­er Tür­sturz ein­ge­baut wer­den. An Tür­ver­brei­te­run­gen arbei­ten meis­tens Maurer/innen für die Spitz­ar­bei­ten, Schreiner/innen für eine neue Tür und Maler/innen für das Aus­bes­sern des Ver­put­zes oder der Tape­te. Muss der Licht­schal­ter ver­setzt wer­den, sind auch Elektriker/innen erforderlich.

Bei einer Tür­ver­brei­te­rung braucht es immer eine neue Tür. Es macht Sinn, abzu­wä­gen, ob eine Flü­gel­tür oder eine Schie­be­tür bes­ser ist. Dabei ist zu beach­ten, dass Schie­be­tü­ren weni­ger gut dich­ten als Flü­gel­tü­ren. Sind die Ver­hält­nis­se zu eng oder die Archi­tek­tur der Woh­nung lässt kei­ne Ver­brei­te­rung zu, ist even­tu­ell eine zusätz­li­che Tür die Lösung.

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Eine Ram­pe, eine elek­tri­sche Tür, innen genug Platz – so muss heu­te eine hin­der­nis­freie öffent­li­che Toi­let­te sein. 

Tür öff­net auf die fal­sche Seite
Vie­le Türen öff­nen sich in den Raum. Ist die­ser Raum sehr klein, kön­nen Roll­stuhl­fah­ren­de die Tür von innen oft nicht schlies­sen. Im Bade­zim­mer kommt es zusätz­lich häu­fig vor, dass die Tür die Ein­fahrt in die Dusche ver­sperrt. Mög­li­che Lösun­gen für die­ses Pro­blem sind der Ein­bau einer Schie­be­tür oder einer Tür, die sich nach außen öff­nen lässt.

Zuzieh­grif­fe oder Zuziehkordel
Haus- oder Zim­mer­tü­ren haben meist kei­nen Tür­schlies­ser, sodass Roll­stuhl­fah­ren­de sie in der Regel von Hand öff­nen und in den Raum gelan­gen kön­nen. Aller­dings sieht es beim Schlie­ßen der Tür anders aus: Nach dem Durch­fah­ren haben sie die Tür­fal­le im Rücken. Des­halb müs­sen sie den Roll­stuhl um 180 Grad dre­hen und bis zur Tür­fal­le zurück­fah­ren. Die­ses Pro­blem lässt sich durch das Anbrin­gen eines Zuzieh­grif­fes oder einer Zuzieh­kor­del lösen. Roll­stuhl­fah­ren­de neh­men dabei den Zuzieh­griff oder die Zuzieh­kor­del beim Durch­fah­ren in die Hand und zie­hen die Tür zu, ohne sich umzudrehen.

Tür­an­trie­be
Elek­tri­sche Tür­an­trie­be sind oben an der Tür oder an der Wand mon­tier­te Moto­ren, die die Türen über ein Gestän­ge öff­nen und schlies­sen. Tür­an­trie­be las­sen sich in unter­schied­li­chen Aus­füh­run­gen instal­lie­ren. Bei der Mon­ta­ge­art «Ser­vo» akti­viert ein Mensch den Tür­an­trieb über einen Funk­sen­der oder einen Wand­tas­ter, und die Tür öff­net sich. Nach der Durch­fahrt schliesst sie sich auto­ma­tisch. Ande­re Bewohner/innen der Lie­gen­schaft kön­nen die Tür wei­ter­hin von Hand öff­nen. Es gibt aber auch Mon­ta­ge­ar­ten, bei denen die Tür für alle Bewohner/innen der Lie­gen­schaft elek­trisch öff­net und schliesst. Wel­che Instal­la­ti­ons­art die rich­ti­ge ist, ent­schei­det im Ein­zel­fall eine Fach­per­son für Tür­an­trie­be und Schliess­sys­te­me in Abspra­che mit den Miteigentümer/innen oder Hausbesitzer/innen.

Tür­an­trie­be las­sen sich indi­vi­du­ell pro­gram­mie­ren. Meis­tens sind sie so ein­ge­stellt, dass sie sofort stop­pen, wenn sie beim Öff­nen oder beim Schlies­sen auf ein Hin­der­nis stos­sen. Die Kräf­te dabei sind sehr klein und in einer Norm gere­gelt. Ein Mensch ohne kör­per­li­che Ein­schrän­kun­gen wird beim Anstos­sen weder ver­letzt noch umge­stos­sen. Es ist jedoch mög­lich, dass Men­schen mit Geh­be­hin­de­run­gen oder älte­re Men­schen, die unsi­cher auf den Bei­nen sind, durch die Berüh­rung der Tür irri­tiert wer­den und ins Wan­ken gera­ten. Das lässt sich durch eine Laser­ab­si­che­rung mit einem Flat­scann ver­mei­den. Der Laser über­wacht den Öff­nungs­be­reich und stoppt die Tür, bevor sie das Hin­der­nis oder einen Men­schen berührt.

Eine Fach­per­son muss die Instal­la­ti­on eines Tür­an­triebs für jede Tür indi­vi­du­ell abklä­ren und die gesetz­li­chen Vor­ga­ben betref­fend Brand­schutz und Flucht­we­ge beach­ten. Sie erstellt ein Sicher­heits­kon­zept und ent­schei­det zum Bei­spiel, ob es eine Laserü­ber­wa­chung braucht. Zudem ist es wich­tig, abzu­klä­ren, ob jemand den Schlüs­sel wegen einer Ein­schrän­kung noch dre­hen kann. Wenn nicht, schafft ein Motor­schloss Abhilfe.

An Arbeits­plät­zen sind Türen oft mit einem Zutritts­sys­tem mit Badge aus­ge­stat­tet und in ein Alarm­sys­tem ein­ge­bun­den. Die Fach­per­son bin­det den elek­tri­schen Tür­an­trieb in das vor­han­de­ne Sys­tem ein und ver­ant­wor­tet das Ein­hal­ten der gel­ten­den Nor­men und garan­tiert die ein­wand­freie Funktion.

Bal­­kon- und Terrassentüren
Bei Bal­­kon- und Ter­ras­sen­tü­ren bestehen die glei­chen Hin­der­nis­se wie bei ande­ren Türen. Da sol­che Türen aber sehr unter­schied­lich gebaut sind, braucht es jeweils eine indi­vi­du­el­le Lösung.

Finan­zie­rung und Unterstützung
Men­schen im IV-Alter kön­nen Anpas­sun­gen von Türen bei der IV bean­tra­gen. In der Regel über­nimmt die IV die Tür­an­pas­sun­gen gemäss dem Kreis­schrei­ben über die Abga­be von Hilfs­mit­teln durch die Inva­li­den­ver­si­che­rung (KHMI). Auch bei der Pro Infir­mis kön­nen Inter­es­sier­te mit finan­zi­el­len Pro­ble­men anfragen.

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Durch den Tür­an­trieb öff­net sich die­se Tür ohne Kraftaufwand.
Da Bal­kon­tü­ren unter­schied­lich gebaut sind, braucht es hier­bei indi­vi­du­el­le Lösungen.

„An Bar­ce­lo­na kann sich die Schweiz ein Bei­spiel nehmen“

An Barcelona kann sich die Schweiz ein Beispiel nehmen - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz
An Barcelona kann sich die Schweiz ein Beispiel nehmen - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz

Caro­li­ne Bai­er war von Beruf Event­ma­na­ge­rin und für diver­se Public Events in der Stadt Zürich ver­ant­wort­lich. «Es gab immer viel zu orga­ni­sie­ren, damit alles auf den Punkt klappt», erin­nert sich die 52-Jäh­ri­­ge. Sie hat ihre Arbeit sehr geliebt, bis ihr im Jahr 2010 die Dia­gno­se Mul­ti­ple Skle­ro­se (MS) einen Strich durch die Rech­nung gemacht hat. MS ist eine Erkran­kung mit vie­len Gesich­tern, bei deren Ver­lauf Betrof­fe­ne kör­per­lich her­aus­ge­for­dert werden.

Ers­te Sym­pto­me und der lan­ge Weg zur Diagnose
Event­ma­nage­ment ist sehr her­aus­for­dernd, und Stress ver­stärkt die Sym­pto­me der Erkran­kung. Caro­li­ne Bai­er muss­te schwe­ren Her­zens ihren gelieb­ten Beruf auf­ge­ben. Die gewon­ne­ne Zeit ver­brach­te sie mit ihrer Fami­lie. Ihre Söh­ne waren drei und fünf Jah­re alt, als sie die Dia­gno­se erhielt.

«Rück­wir­kend weiss ich, dass ich die ers­ten Sym­pto­me bereits im Alter von 17 Jah­ren hat­te», erzählt Caro­li­ne Bai­er. Beim Tan­zen bemerk­te sie, dass sie bereits nach kur­zer Zeit Pro­ble­me mit der Koor­di­na­ti­on bekam und den Takt nicht mehr hal­ten konn­te. Zudem hat­te sie dau­ernd Bla­sen­ent­zün­dun­gen. Spä­ter kamen Müdig­keit und Krib­beln in Armen und Bei­nen dazu. «Mein Haus­arzt tat es als Über­las­tung ab», führt sie aus. Sie fühl­te sich als Hypo­chon­der abge­stem­pelt und nicht ernst genommen.

Eine Erkran­kung mit vie­len Begleiterscheinungen
Heu­te kommt sie mit der Erkran­kung und der sich fort­lau­fend ändern­den Lebens­si­tua­ti­on gut zurecht. «Ich bin fami­li­är sehr gut ein­ge­bun­den», so Caro­li­ne Bai­er und sagt wei­ter: «Mei­ne Jungs und mein Mann kön­nen sehr gut mit der MS und den damit ein­her­ge­hen­den Her­aus­for­de­run­gen umge­hen.» Sie ist Unter­neh­me­rin und kann ihre Arbeits­zeit ihrem Wohl­be­fin­den anpas­sen. Denn die MS bremst sie aus. Ata­k­ti­scher Gang (Ata­xie), nur noch 20 Pro­zent Seh­kraft auf dem lin­ken Auge wegen blei­ben­der Schä­di­gung des Seh­nervs, Gleich­ge­wichts­stö­run­gen, Fati­gue, Mor­gen­steif­heit sowie Koor­­di­na­­ti­ons- und Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che sind nur eini­ge Begleiterscheinungen.

Mobil dank Hilfsmitteln
Hilfs­mit­tel sind bei Caro­li­ne Bai­er täg­lich im Ein­satz. Ein schi­cker Geh­stock ist ihr Dau­er­be­glei­ter. Seit einem hef­ti­gen Schub im Jahr 2012 besitzt sie einen Aktiv­roll­stuhl mit einem mon­tier­ba­ren Elek­tro­an­trieb und einem ergän­zen­den Zusatz­rad. Die­ses kann sie selbst am Roll­stuhl anbrin­gen. Gera­de als die Kin­der klein waren, konn­te sie so pro­blem­los Kies­we­ge oder Rasen über­win­den, um auf den Spiel­platz zu gelan­gen. «Es war nicht ein­fach, die IV davon zu über­zeu­gen, dass ein Gelän­de­roll­stuhl zwar gut fürs Gelän­de, aber für mich im All­tag wegen des Ver­la­dens ins Auto unprak­tisch ist», erzählt Caro­li­ne Bai­er wei­ter. Heu­te nutzt sie zusätz­lich einen E‑Antrieb für Aktiv­roll­stüh­le, den Smoov. Auch die­sen bringt sie selbst am Roll­stuhl an. Seit dem Jahr 2019 ist sie zudem stol­ze Besit­ze­rin eines Alinkers.

Ali­n­ker – Lauf­rad für mehr Autonomie
Der Ali­n­ker ist ein Lauf­rad mit drei Rädern. Er ist für Men­schen kon­zi­piert, die auto­nom aktiv und mobil blei­ben wol­len. Mit dem Ali­n­ker bewegt sich Caro­li­ne Bai­er im Gleich­ge­wicht, auf Augen­hö­he und vom eige­nen Kör­per­ge­wicht entlastet.

Caro­li­ne Bai­er ist vom Ali­n­ker so begeis­tert, dass sie seit dem Jahr 2019 die Rech­te für des­sen Ver­trieb in der Schweiz, Deutsch­land und Öster­reich hat. Inter­es­sier­te kön­nen den Ali­n­ker vor der Anschaf­fung bei Caro­li­ne Bai­er pro­be­ge­hen. Aktu­ell steht das Lauf­rad nicht auf der Hilfs­mit­tel­lis­te der IV, aber in Ein­zel­fäl­len über­nimmt die­se die Kosten.

Zeit zum Erho­len und um Ein­drü­cke zu sammeln
Bewe­gung ist für Caro­li­ne Bai­er ein idea­ler Aus­gleich zur Arbeit. Frü­her war sie sehr sport­lich, heu­te macht sie täg­lich Fit­ness und geht regel­mäs­sig ins Hip­po­trai­ning. Sie besucht zusam­men mit ihrem Mann auch regel­mäs­sig Sport­an­läs­se ihrer Söh­ne, die sich als Nach­wuchs­sport­ler im Vol­ley­ball und im Fuss­ball bewei­sen. «Sie sind rich­tig gut dar­in», so die stol­ze Mama.

Aber auch die schöns­te Aus­zeit des Jah­res kommt bei der Fami­lie nicht zu kurz. In die Feri­en geht es für Caro­li­ne Bai­er und ihren Mann oft nach Frank­reich. Mit im Gepäck sind alle mobi­len Hilfs­mit­tel: der Roll­stuhl mit allem Zube­hör, das Hase Bike mit E‑Antriebshilfe und natür­lich der Ali­n­ker. Für den Ali­n­ker und den Roll­stuhl haben sie einen Vel­o­an­hän­ger kon­zi­piert, den sie zie­hen kön­nen. Obwohl Caro­li­ne Bai­er mit dem Geh­stock noch zu Fuss unter­wegs ist, kann sie beim Besich­ti­gen einer Stadt oder ande­ren Attrak­tio­nen auf die­se Hilfs­mit­tel aus­wei­chen. «Mei­ne Kraft reicht nicht mehr aus, um stun­den­lang zu gehen oder Rad zu fah­ren», so Caro­li­ne Baier.

Im Jahr 2023 reis­te die Fami­lie nach Bar­ce­lo­na. Da nahm sie den Ali­n­ker mit. Er lässt sich zusam­men­klap­pen, und es war kein Pro­blem, ihn im Flug­zeug mit­zu­neh­men. Caro­li­ne Bai­er war begeis­tert von Bar­ce­lo­na. «Die Stadt ist sehr gut auf Bedürf­nis­se von Men­schen mit Behin­de­run­gen ein­ge­stellt», führt sie aus. Man kann zum Bei­spiel einen Roll­stuhl spon­tan mie­ten, und es gibt extra aus­ge­stat­te­te Taxis, die für eine Fahrt mit Roll­stuhl­trans­port gekenn­zeich­net sind. «Dar­an dürf­te sich die Schweiz ein Bei­spiel neh­men», sagt sie. Ihre Erfah­run­gen mit dem Ali­n­ker im Schwei­zer öV sind nicht sehr gut. Er ist – im Gegen­satz zu Roll­stüh­len und Rol­la­to­ren – kein trans­port­pflich­ti­ges Hilfs­mit­tel. Trotz allen Hin­der­nis­sen bleibt Caro­li­ne Bai­er posi­tiv ein­ge­stellt und ori­en­tiert sich an dem, was sie kann, und ergänzt: «Dem nach­zu­trau­ern, was nicht mehr geht, bringt nichts.»

An Barcelona kann sich die Schweiz ein Beispiel nehmen - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz 1 An Barcelona kann sich die Schweiz ein Beispiel nehmen - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz 2

Dank dem Ali­n­ker unter­hält sie sich auf Augen­hö­he mit ihrer Mut­ter beim Shop­ping in Barcelona.
Sight­see­ing in Bar­ce­lo­na: Mit dem Ali­n­ker ist Caro­li­ne Bai­er auto­nom unterwegs.

„In vie­len Län­dern sind die Men­schen sehr hilfsbereit“

In vielen Ländern sind die Menschen sehr hilfsbereit - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz
In vielen Ländern sind die Menschen sehr hilfsbereit - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz

Kul­tu­ren, Far­ben, Düf­te, Tie­re, Natur – auf der Welt gibt es vie­les zu ent­de­cken. Die Erin­ne­run­gen und die gemach­ten Erfah­run­gen auf Rei­sen prä­gen und blei­ben im Her­zen. Auch für Roll­stuhl­fah­ren­de sind Indi­vi­du­al­rei­sen in fer­ne Län­der mög­lich. Roland Big­ler, Rei­se­be­ra­ter für bar­rie­re­freie Rei­sen bei Glo­be­trot­ter, im Gespräch mit der Exma INFO.

Wie­so emp­feh­len Sie Men­schen im Roll­stuhl Aben­­teu­er- und Individualreisen?
Rei­sen berei­chert! Wobei für Roll­stuhl­fah­ren­de Feri­en an sich oft schon ein Aben­teu­er sind. Es gibt auf der gan­zen Welt Unter­neh­men, die Men­schen im Roll­stuhl Erleb­nis­se anbie­ten, die über 08/15-Rei­­sen hin­aus­ge­hen. In Kenia und Süd­afri­ka gibt es Fahr­zeu­ge mit Ram­pen für Elek­tro­roll­stüh­le. Ich habe bis­lang auf jedem Kon­ti­nent eine Ram­pe hin­ter­las­sen, weil mir die Leu­te wegen drei bis vier Trep­pen­stu­fen eine gebaut haben. Wer weiss, viel­leicht sind die Ram­pen noch heu­te dort und hel­fen anderen.

Oder wie wäre es mit einem Kamel­ritt? Ich habe einen Anbie­ter für bar­rie­re­freie Tou­ren und Rund­rei­sen in Marok­ko gefun­den. Er bie­tet auch Kamel­rei­ten für Roll­stuhl­fah­ren­de an. Das ist dank eines spe­zi­ell dafür kon­stru­ier­ten Ses­sels mög­lich, der auf den Rücken des Tie­res gebun­den wird. So kön­nen auch Tetra­ple­gi­ker eine Wüs­ten­tour machen und im Zelt über­nach­ten. Sol­che Erleb­nis­se rei­zen mich.

Sie sind Rei­se­be­ra­ter bei Glo­be­trot­ter. Wie sind Sie dazu gekommen?
Im Jahr 2012 war ich mit mei­ner Part­ne­rin für ein Jahr in Aus­tra­li­en. Vor der Rei­se hat­te ich mei­nen Job gekün­digt; kurz bevor es wie­der nach Hau­se ging, kam mir die Idee, in einem Rei­se­bü­ro zu arbei­ten – einem Rei­se­bü­ro, das bar­rie­re­freie Indi­vi­du­al­rei­sen anbie­tet. Noch in Aus­tra­li­en kon­tak­tier­te ich den CEO von Glo­be­trot­ter, und er war offen für mei­ne Idee. Nun arbei­te ich seit 2014 als Rei­se­be­ra­ter und habe ein Bera­tungs­an­ge­bot für bar­rie­re­frei­es Rei­sen aufgebaut.

Es ist sinn­voll, wenn Roll­stuhl­fah­ren­de ande­re Betrof­fe­ne bera­ten. Zudem ist es glaub­wür­di­ger, denn wir ken­nen The­men, die Fuss­gän­ge­rin­nen und Fuss­gän­ger nicht auf dem Radar haben.

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Bild links: Unend­li­che Wei­te und Natur pur im Ischi­gu­al­as­to Pro­vin­cial Park in Argentinien.
Bild rechts: In Buda­pest gibt es mit Roll­stuhl viel zu ent­de­cken – etwa das Palo­ma Art­space, seit 2014 die Hei­mat der unga­ri­schen Kreativen.

Was machen Sie, wenn Inter­es­sier­te Beden­ken vor einer Rei­se in die Fer­ne haben?
Dann erzäh­le ich ihnen von mei­nen Erfah­run­gen. Bei Glo­be­trot­ter hat jede Rei­se­be­ra­te­rin und jeder Rei­se­be­ra­ter ein Online­pro­fil mit Rei­se­be­rich­ten – so auch ich. Dort kön­nen Inter­es­sier­te nach­le­sen, was für mich alles mög­lich ist, wohin und wie ich rei­se. Sei dies eine Safa­ri in Kenia, eine Rei­se mit dem Cam­per durch Kana­da oder auf dem Haus­boot durch Berlin.

In Aus­tra­li­en haben mei­ne Part­ne­rin und ich sie­ben Mona­te im Zelt gelebt. Klar, das geht nicht für alle, aber man sieht: Auch mit Roll­stuhl ist vie­les mög­lich. Natür­lich ist jede Bera­tung indi­vi­du­ell und die Rei­se abhän­gig von der Art der Mobi­li­täts­ein­schrän­kung. Es kann auch eine Rol­le spie­len, ob die Per­son mit dem Elek­­t­ro- oder dem Hand­roll­stuhl reist. Gera­de wenn man auf Hil­fe ande­rer ange­wie­sen ist. Ein Elek­tro­roll­stuhl ist schwer und lässt sich bei einem tech­ni­schen Pro­blem zum Bei­spiel nicht in ein Fahr­zeug heben. Hin­ge­gen kann man einen Hand­roll­stuhl pro­blem­los anhe­ben und verladen.

Im Inter­net berich­ten Roll­stuhl­fah­ren­de in ihren Blogs über ihre Rei­se­er­fah­run­gen. Eine Recher­che lohnt sich.

Wel­che Ange­bo­te bzw. Desti­na­tio­nen für Roll­stuhl­fah­ren­de führt Globetrotter?
Wir haben bei Glo­be­trot­ter für bar­rie­re­frei­es Rei­sen kei­nen Rei­se­ka­ta­log im klas­si­schen Sinn. Kon­tak­tiert mich jemand mit einem Rei­se­wunsch oder einer Idee, dann recher­chie­re ich im Inter­net, ob es Ange­bo­te und Anbie­ter gibt.

Ein Bei­spiel: Vor ein paar Mona­ten woll­te eine Kun­din mit ihrem Sohn auf die Gala­pa­gos­in­seln. Ehr­lich gesagt dach­te ich, das könn­te eher schwie­rig wer­den. Doch ich wur­de eines Bes­se­ren belehrt. In Deutsch­land fand ich einen Anbie­ter, der bar­rie­re­freie Rei­sen auf die Gala­pa­gos­in­seln anbie­tet. Den habe ich kon­tak­tiert. Mut­ter und Sohn ver­brach­ten drei Wochen dort und waren begeis­tert. Bis jetzt konn­te ich mei­nen Kun­din­nen und Kun­den fast alle Wün­sche erfüllen.

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Käl­te, Schnee und eine Ren­­tier-Schli­t­­ten­­fahrt mit Roll­stuhl in Finnland.
Der Boden ist mat­schig, die Men­schen sind hilfs­be­reit – ohne zu zögern, tra­gen sie Roland Big­ler über das unweg­sa­me Gelän­de in Kenia.

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Bild links: Sky­line, Son­nen­un­ter­gang – war­um nicht mal nach Miami auf­bre­chen und in die Stadt eintauchen?
Bild rechts: Meer, Klip­pen – die Nor­man­die hat viel zu bie­ten. Wie hier in Fécamp.

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Bild links: Wie in 1001 Nacht: die gros­se Sul­­tan-Qabo­os­­Mo­­schee, eine der gröss­ten Moscheen der Welt und eine der Haupt­se­hens­wür­dig­kei­ten Muscats.
Bild rechts: Kuba ist bekannt für sei­ne far­bi­gen Old­ti­mer. Mit genug Abklä­run­gen lässt sich das Land auch mit Roll­stuhl bereisen.

Flug­rei­sen mit Roll­stuhl haben ihre Tücken. Was müs­sen Rei­sen­de wis­sen, und wie berei­ten sie sich am bes­ten vor?
Die Air­lines sind laut der Inter­na­tio­na­len Luft­ver­kehrs­ver­ei­ni­gung IATA ver­pflich­tet, auch Men­schen mit­zu­neh­men, die auf einen Roll­stuhl ange­wie­sen sind. Zudem müs­sen die Flug­ge­sell­schaf­ten beim Ein- und Aus­stieg hel­fen. Natür­lich hat ein Flug­gast gewis­se Kri­te­ri­en zu erfül­len. Zum Bei­spiel muss er im nor­ma­len Flug­zeug­sitz auf­recht sit­zen können.

Eine Tücke ist die Toi­let­te. Das Flug­per­so­nal hilft nie­man­dem aufs WC. MS-Betrof­­fe­­ne oder gene­rell Men­schen, die noch etwas Geh­fä­hig­keit haben, kön­nen sich selbst vom Kabi­nen­roll­stuhl in das klei­ne Kabäu­schen bege­ben. Für mich bedeu­tet das: Ein­mal im Flug­zeug, blei­be ich bis zum Aus­stieg an mei­nem Platz. Ich benut­ze einen Kathe­ter und einen Urin­beu­tel, den mei­ne Part­ne­rin für mich leert. Bes­se­re Mög­lich­kei­ten gibt es nicht.

Haben alle Flug­ge­sell­schaf­ten die glei­chen Richt­li­ni­en, wenn es um die Mit­nah­me von Roll­stüh­len geht?
Soweit ich infor­miert bin, sind die Richt­li­ni­en über­all gleich. Rei­sen­de mit Roll­stuhl müs­sen ihren Roll­stuhl anmel­den. Bei einem Elek­tro­roll­stuhl oder einem Zug­ge­rät braucht es auch Anga­ben zur Bat­te­rie­art. Das Mit­neh­men eines Roll­stuhls ist kos­ten­los. Wich­tig ist, sich alles schrift­lich bestä­ti­gen zu lassen.

Ich war mal im Oman. Der Hin­flug ver­lief rei­bungs­los, beim Rück­flug woll­te die glei­che Air­line plötz­lich den Swiss-Trac nicht mit­neh­men, obwohl alles sei­ne Rich­tig­keit hat­te und ich mit dem glei­chen Mate­ri­al unter­wegs war. Auf sol­che Sze­na­ri­en soll­ten sich Rei­sen­de mit Roll­stuhl ein­stel­len, fle­xi­bel und hart­nä­ckig blei­ben sowie auf ihre Rech­te und die bestä­tig­ten Unter­la­gen beharren.

Gibt es bestimm­te Flug­ge­sell­schaf­ten, die Sie auf­grund ihrer Bar­rie­re­frei­heit und Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te beson­ders empfehlen?
Mei­nes Wis­sens füh­ren alle Gesell­schaf­ten etwa das glei­che bar­rie­re­freie Ange­bot. Bei den Schwei­zer Flug­ge­sell­schaf­ten hat man den Heim- bzw. Sprach­vor­teil. Das macht es ein­fa­cher, sich bei Schwie­rig­kei­ten durchzusetzen.

Bar­rie­re­frei­heit in einem Dritt­welt­land ist zum Bei­spiel schon wegen der Infra­struk­tur nicht gleich wie bei uns. Wie sol­len sich Rei­sen­de vorbereiten?
Mei­nen Kun­din­nen und Kun­den ist es durch­aus bewusst, dass sie in ande­ren Län­dern nicht die glei­che Infra­struk­tur wie bei uns erwar­ten kön­nen, beson­ders wenn sie in ärme­re Län­der aufbrechen.

Es kann über­all pas­sie­ren, dass ein Lift nicht funk­tio­niert. Bei Zug­fahr­ten aus­ser­halb von Gross­städ­ten hat es vie­ler­orts kei­ne eben­erdi­gen Per­rons. Oder das Per­so­nal einer Trans­port­ge­sell­schaft will die Ver­ant­wor­tung für einen Roll­stuhl­fah­ren­den nicht über­neh­men. Da ist man auf die Hil­fe von Mit­rei­sen­den ange­wie­sen. Aber die unter­stüt­zen in der Regel gerne.

Haben Sie Bei­spie­le dafür?
Auf einer fünf­wö­chi­gen Fidschi­rei­se mach­ten wir einen Aus­flug auf eine Insel. Die Fahrt mit dem Boot dau­er­te drei Stun­den. Beim Buchen hat­te ich erwähnt, dass ich einen Roll­stuhl benut­ze und kei­ne Trep­pen stei­gen kann. Die Crew mein­te, es sei kein Pro­blem, sie wür­de hel­fen – eine Aus­sa­ge, die viel Raum für Inter­pre­ta­ti­on lässt. Auf dem Boot hob man mich vor­sich­tig aus dem Roll­stuhl. Bei der Insel ange­kom­men, konn­te das Boot wegen Ebbe nicht an Land fah­ren. Ganz selbst­ver­ständ­lich trug mich die Crew gut 200 Meter durch das seich­te Was­ser. So spon­tan lösen die Men­schen vor Ort Situationen.

Wel­che Tipps haben Sie, um sich vor medi­zi­ni­schen Not­fäl­len auf Rei­sen zu schützen?
Nie­mand kann sich vor allem schüt­zen. Wich­tig ist, genü­gend Ersatz­ma­te­ri­al, benö­tig­te Medi­ka­men­te sowie gän­gi­ge Not­fall­me­di­ka­men­te bei sich zu haben. Zudem soll­ten Rei­sen­de für einen Not­fall eine Rück­rei­se­ver­si­che­rung besitzen.

Es ist sicher sinn­voll, sich vor­ab bei den ört­li­chen Behör­den, dem Ver­an­stal­ter oder Men­schen vor Ort über das nächs­te Spi­tal oder die nächs­te Arzt­pra­xis zu infor­mie­ren. Hilf­reich ist es auch, sich die Not­fall­num­mer des Lan­des im Vor­feld herauszusuchen.

Orga­ni­sie­ren Sie Ihren Kun­din­nen und Kun­den Unter­stüt­zung und Betreu­ung vor Ort?
Mei­ne Kun­din­nen und Kun­den rei­sen alle mit einer oder meh­re­ren Begleit­per­so­nen. Es ist ihnen woh­ler, wenn eine ver­trau­te Per­son gewis­se Pfle­ge­auf­ga­ben über­nimmt. Eine Betreu­ung von Frem­den kann hei­kel sein, wenn es zwi­schen­mensch­lich nicht funk­tio­niert. Auf Tene­rif­fa gibt es zum Bei­spiel eine Art Spi­tex. Wenn ich von sol­chen Ange­bo­ten weiss, lei­te ich die Kon­tak­te bei Bedarf an Inter­es­sier­te wei­ter. Orga­ni­sie­ren müs­sen sie die Unter­stüt­zung aber selbst.

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Bar­rie­re­frei unter­wegs in Thai­land – geht wunderbar.

Wel­che Rol­le spie­len loka­le Kon­tak­te und Netz­wer­ke beim Pla­nen der Reisen?
Ob bar­rie­re­frei oder nicht: Bei Glo­be­trot­ter buchen wir die Rei­sen aus­schliess­lich über ande­re Ver­an­stal­ter mit loka­len Kon­tak­ten. Wir füh­ren eine 24-Stun­­den-Hel­­pli­­­ne. Geht über die­se eine Mel­dung ein, infor­mie­re ich den Ver­an­stal­ter, und er koor­di­niert wei­ter. Auf Grup­pen­rei­sen ist es ein­fa­cher, da hat man eine Kon­takt­per­son vor Ort.

In einer Grup­pe oder selbst­stän­dig rei­sen: Wel­ches sind für Roll­stuhl­fah­ren­de die Vor- und Nachteile?
Der Vor­teil einer Grup­pen­rei­se kann sein, dass man das Erleb­te oder auch Ängs­te tei­len kann, sich gegen­sei­tig unter­stützt, moti­viert oder Tipps gibt. Ich per­sön­lich wür­de eine klei­ne Grup­pe mit zwei bis drei Roll­stuhl­fah­ren­den vor­zie­hen, mehr stel­le ich mir schwer­fäl­lig vor – sei dies beim Flug­ha­fen­trans­fer oder bei Trans­por­ten im Feri­en­land. Auch ein Restau­rant­be­such mit sechs Roll­stüh­len und meh­re­ren Begleit­per­so­nen wird für das Gas­tro­per­so­nal schnell eine platz­tech­ni­sche Herausforderung.

Wel­che Hilfs­mit­tel aus­ser dem Roll­stuhl neh­men Sie auf Rei­sen mit, und was gibt es zu beachten?
Grund­sätz­lich rei­se ich nach dem Mot­to: «Weni­ger ist mehr.» Mein Zug­ge­rät, der Swiss-Trac, kommt immer mit. Ande­re Men­schen sind auf einen Elek­tro­roll­stuhl ange­wie­sen und müs­sen die­sen mit­neh­men. Man muss stets im Hin­ter­kopf behal­ten, dass ein Gerät kaputt­ge­hen und eine Repa­ra­tur schwie­rig sein kann. So ein Defekt kann das Ende einer Rei­se bedeu­ten. Die­se Ängs­te sind ver­ständ­lich, aber des­we­gen auf Rei­sen zu ver­zich­ten, wäre bedauerlich.

Bil­der mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von Roland Bigler

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Zur Per­son
Ein Köpf­ler ins Meer wur­de Roland Big­ler zum Ver­häng­nis. Infol­ge eines Schlags in den Nacken, ver­ur­sacht durch eine Wel­le, wur­de der damals 20-Jäh­ri­­ge zum Tetra­ple­gi­ker. Der gelern­te Mau­rer ist seit­her von der Brust abwärts gelähmt – die Arme kann er ein­ge­schränkt bewe­gen, die Fin­ger nicht. Beruf­lich muss­te Roland Big­ler umsat­teln und absol­vier­te dazu bei der Stif­tung Schu­­lungs- und Wohn­heim Ross­feld in Bern eine kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung. Anschlies­send arbei­te­te er dort in der IT und der Buch­hal­tung. Vom Rei­sen hat sich Roland Big­ler trotz Roll­stuhl nie abhal­ten las­sen. Sei­ne Erfah­run­gen kom­men ihm bei sei­nen Bera­tun­gen für bar­rie­re­frei­es Rei­sen bei Glo­be­trot­ter zugute.

Sei­ne Rei­se­be­rich­te sind unter: globetrotter.ch/rbigler

Im Alter unab­hän­gig bleiben

Im Alter unabhängig bleiben - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz
Im Alter unabhängig bleiben - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz 1

Im Lau­fe der Jah­re ver­än­dert sich das Leben – oft schlei­chend. Das Seh- und Hör­ver­mö­gen neh­men all­mäh­lich ab, und auch die kör­per­li­che sowie geis­ti­ge Belast­bar­keit lässt nach. Wer Eltern in einem gewis­sen Alter hat, bemerkt frü­her oder spä­ter vie­le klei­ne Ver­än­de­run­gen in ihrem Ver­hal­ten. Umso wich­ti­ger ist es, dass Ange­hö­ri­ge mit Ver­ständ­nis reagie­ren und behut­sam auf die­se Ent­wick­lun­gen hin­wei­sen. Denn je älter ein Mensch wird, des­to schwe­rer fal­len Ver­än­de­run­gen. Sie kön­nen Unsi­cher­heit oder sogar Angst aus­lö­sen – und nicht sel­ten zeigt sich dies in einer gewis­sen Stur­heit. Ein ein­fühl­sa­mer und respekt­vol­ler Umgang ist des­halb ent­schei­dend, um gemein­sam gute Lösun­gen zu finden.

Älte­re Men­schen tun sich teil­wei­se schwer damit, in ein Alters- oder Pfle­ge­heim zu zie­hen. Das Bild von her­um­sit­zen­den, gelang­weil­ten Men­schen ist in vie­len Köp­fen ver­an­kert, doch die­se Zei­ten sind längst vor­bei. In den meis­ten Insti­tu­tio­nen gibt es heu­te abwechs­lungs­rei­che Unter­hal­tungs­pro­gram­me und viel­fäl­ti­ge Akti­vi­tä­ten und die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner pro­fi­tie­ren zusätz­lich vom sozia­len Umfeld vor Ort.

Den­noch ist es wich­tig zu wis­sen: Es ist im Inter­es­se aller, dass Men­schen so lan­ge wie mög­lich in den eige­nen vier Wän­den blei­ben kön­nen, denn dies ist nach wie vor güns­ti­ger als ein Umzug in ein Heim oder eine ande­re Insti­tu­ti­on. Im Fol­gen­den geben wir Tipps und zei­gen auf, wel­che Hilfs­mit­tel älte­re Men­schen unter­stüt­zen können.
Bei der Aus­wahl von Hilfs­mit­teln ist es wich­tig, indi­vi­du­el­le Bedürf­nis­se und Vor­lie­ben zu berück­sich­ti­gen. Eine pro­fes­sio­nel­le Bera­tung sowie die rich­ti­ge Anpas­sung der Hilfs­mit­tel sind dabei ent­schei­dend. Die SAHB berät Inter­es­sier­te unab­hän­gig, und auch Fach­per­so­nen aus der Phy­­sio- oder Ergo­the­ra­pie kön­nen dabei unter­stüt­zen, das best­mög­li­che Ergeb­nis zu erzie­len. In der Aus­stel­lung der SAHB in Oen­sin­gen (SO), der Exma VISION, haben Inter­es­sier­te zudem die Mög­lich­keit, vie­le Hilfs­mit­tel direkt auszuprobieren.
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Der Rol­la­tor bie­tet Sta­bi­li­tät und Sicher­heit beim Gehen.
Dank einem Elek­tro­scoo­ter sind Men­schen mit Mobi­li­täts­ein­schrän­kun­gen unab­hän­gig unterwegs.
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Not­ruf­sys­te­me sind Gold wert, wenn jemand schnell Hil­fe anfor­dern muss.
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Hal­te­grif­fe bie­ten viel Sicher­heit beim Toi­let­ten­gang und bei der Körperpflege.
Ein Dusch­sitz redu­ziert die Sturz­ge­fahr beim Duschen.
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Ein Bade­brett erleich­tert den Ein­stieg in die Badewanne.
Selbst­stän­dig unter­wegs dank Mobilitätshilfen
Dank Hilfs­mit­teln kön­nen Senio­rin­nen und Senio­ren wei­ter­hin aktiv und selbst­stän­dig am täg­li­chen Leben teil­neh­men und ihre Lebens­qua­li­tät erheb­lich stei­gern. Für Per­so­nen, die nicht mehr so gut zu Fuss unter­wegs sind, ist ein Rol­la­tor ein wert­vol­les Hilfs­mit­tel, da er Sicher­heit beim Gehen bie­tet und Stür­ze ver­hin­dern kann. Dank der Brem­sen ist die nut­zen­de Per­son auch beim Berg­ab­ge­hen sicher unter­wegs. Möch­te die Per­son selbst­stän­dig ein­kau­fen, hilft ein Rol­la­tor mit Sitz­ge­le­gen­heit sowie Korb oder Tasche enorm: Ein­käu­fe kön­nen sicher ver­staut wer­den, und bei Ermü­dung besteht die Mög­lich­keit, sich kurz aus­zu­ru­hen. Eine wei­te­re gute Mög­lich­keit zum unab­hän­gi­gen und siche­ren Fort­be­we­gen ist ein Elek­tro­scoo­ter mit drei oder vier Rädern.
Manch­mal ist ein Roll­stuhl das pas­sen­de Hilfs­mit­tel. Roll­stüh­le gibt es in allen mög­li­chen Vari­an­ten – von Stan­dard­roll­stüh­len, die sich manu­ell bedie­nen las­sen, über Elek­tro­roll­stüh­le für drin­nen und draus­sen bis hin zu Spe­zi­al­roll­stüh­len wie Stehroll­stüh­len oder Rei­se­roll­stüh­len. Kurz gesagt: Es gibt für jedes Bedürf­nis die pas­sen­de Lösung.Tech­no­lo­gien auf dem Vormarsch
Auch elek­tro­ni­sche Hilfs­mit­tel spie­len im bar­rie­re­frei­en Leben eine immer grös­se­re Rol­le. Mit Smart-Home-Sys­­te­­men steu­ert man Licht, Tem­pe­ra­tur, Sicher­heit und mehr per Sprach­be­fehl oder Smart­phone – ein­fach per Knopf­druck und ohne Kraftaufwand.

Ein Not­ruf­sys­tem – in Form eines Arm­bands, einer Ket­te oder eines Mobil­ge­räts – bie­tet Senio­rin­nen und Senio­ren sowie ihren Ange­hö­ri­gen ein Gefühl der Sicher­heit. Per Knopf­druck kön­nen Nut­zen­de im Not­fall rasch Hil­fe rufen.

Gesun­d­heits- und Fit­­ness-Tra­­cker mes­sen Gesund­heits­da­ten wie Herz­fre­quenz, Schlaf und Akti­vi­tät. Erin­ne­rungs­sys­te­me hel­fen dabei, dass unter ande­rem das Ein­neh­men von Medi­ka­men­ten oder ande­re Auf­ga­ben nicht ver­ges­sen gehen. Smart­phones, Tablets und Com­pu­ter wer­den zudem immer alters­ge­rech­ter und bar­rie­re­frei­er: Die Text­ver­grös­se­rung macht Inhal­te bes­ser les­bar, und vie­le Gerä­te bie­ten inte­grier­te Optio­nen zur Anpas­sung der Schrift­grös­se, sodass älte­re Men­schen digi­ta­le Medi­en ohne Ein­schrän­kun­gen nut­zen kön­nen. Alter­na­tiv kön­nen sich Tex­te auch vor­le­sen las­sen. Zudem gibt es Apps, die das Gedächt­nis trainieren.

Hilfs­mit­tel für zu Hause
Damit jemand so lan­ge wie mög­lich zu Hau­se woh­nen kann, ist es wich­tig, das Umfeld ent­spre­chend zu gestal­ten. Um Stür­ze zu ver­hin­dern, soll­ten unnö­ti­ge Stol­per­fal­len wie Tep­pi­che oder Blu­men­töp­fe ent­fernt wer­den. Auch dunk­le Ecken soll­ten gut aus­ge­leuch­tet sein. Gene­rell gilt: Weni­ger ist oft mehr, und man bewegt sich dadurch frei­er und siche­rer in den eige­nen vier Wänden.

Sicher vor Stür­zen im Badezimmer
Ins­be­son­de­re im Bade­zim­mer, wo der Boden rut­schig sein kann, sind Hal­te­grif­fe und ‑stan­gen Gold wert. Sie bie­ten Halt und Sta­bi­li­tät beim Benut­zen des WCs, in der Dusche oder der Bade­wan­ne und sen­ken das Risi­ko von Stür­zen erheb­lich. Die Mon­ta­ge soll­te durch Fach­per­so­nen erfol­gen. Wei­te­re Hil­fen im Bad sind Dusch­sit­ze, Dusch-WCs oder WC-Sit­z­er­hö­hun­­gen. Ein Bade­brett unter­stützt beim Ein- und Aus­stieg aus der Bade­wan­ne. Wich­tig ist zudem, dass sich Dusch­ka­bi­nen­tü­ren gegen aus­sen öff­nen las­sen, damit im Not­fall eine hilfs­be­dürf­ti­ge Per­son rasch unter­stützt wer­den kann.

Rutsch­fes­te Boden­be­lä­ge kön­nen im Bad, aber auch im Rest der Woh­nung ver­legt wer­den. Sie bie­ten einen zusätz­li­chen Schutz vor Aus­rut­schen und Fallen.

Übri­gens: Was ist, wenn man bei der Kör­per­pfle­ge Hil­fe braucht? In den Kan­to­nen gibt es Ver­mitt­lungs­stel­len für Orga­ni­sa­tio­nen, die älte­ren Men­schen zu einem ver­güns­tig­ten Preis ihre Diens­te anbie­ten. Ver­schie­de­ne Spi­­tex-Orga­­ni­­sa­­tio­­nen bie­ten einen sol­chen Dienst eben­falls – für die Kör­per­pfle­ge sowie für die Rei­ni­gung zu Hau­se. Ver­schreibt die Haus­ärz­tin oder der Haus­arzt eine sol­che Unter­stüt­zung, über­neh­men die Kran­ken­kas­sen einen Teil der Kos­ten. Es lohnt sich also, dies abzuklären.

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Ein Sitz­trep­pen­lift braucht wenig Platz und bringt Per­so­nen sicher von einem Stock­werk ins andere.
Ein Bett mit Sei­ten­git­tern und Kipp­funk­ti­on erleich­tert den Ein- und den Ausstieg.

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Ein mul­ti­funk­tio­na­ler Auf­steh­ses­sel bringt Nut­zen­de in die rich­ti­ge Posi­ti­on – ob beim beque­men Lie­gen, beim Lesen oder als Hil­fe zum Aufstehen.

Zu Hau­se Schwel­len und Stu­fen überwinden
Bar­rie­re­frei­heit ist der Schlüs­sel, wenn es um das Wohl­be­fin­den älte­rer Men­schen geht. Dank einer bar­rie­re­frei­en Umge­bung bewe­gen sie sich frei und unge­hin­dert in ihren eige­nen vier Wänden.

Ram­pen und brei­te Türen erleich­tern den Zugang und die Mobi­li­tät in der häus­li­chen Umge­bung. Sie ermög­li­chen Men­schen mit Geh­hil­fen oder im Roll­stuhl, sich ohne frem­de Hil­fe zu bewe­gen, und för­dern somit die Selbst­stän­dig­keit und Frei­heit im Alltag.

Trep­pen las­sen sich mit einem Trep­pen­lift ein­fach über­win­den. Trep­pen­lif­te gibt es in den unter­schied­lichs­ten Vari­an­ten – egal, ob für gera­de oder kur­vi­ge Trep­pen. Fest mon­tier­te Hand­läu­fe sind sehr nütz­lich. Beid­sei­tig ange­bracht, schüt­zen sie vor Stür­zen und bie­ten mehr Sicher­heit beim Treppensteigen.

Gut schla­fen
Ein Nie­der­flur­bett oder auch Nie­der­bett ist ein Pfle­ge­bett, das sich sehr weit nach unten absen­ken lässt. Dies erleich­tert Nut­zen­den das Ein­stei­gen ins und das Aus­stei­gen aus dem Bett und mini­miert die Sturz­ge­fahr. Ein Bett mit Sei­ten­git­tern schützt zudem vor dem Her­aus­fal­len wäh­rend des Schlafens.

Sitz­ge­le­gen­hei­ten mit Extrakomfort
Ergo­no­misch gestal­te­te und leicht zugäng­li­che Sitz­ge­le­gen­hei­ten erhö­hen den Kom­fort und die Sicher­heit bei all­täg­li­chen Akti­vi­tä­ten wie Essen, Lesen oder Fern­se­hen. Sie kön­nen dazu bei­tra­gen, dass älte­re Men­schen län­ger selbst­stän­dig blei­ben und sich ihre Lebens­qua­li­tät ver­bes­sert. Dies kön­nen unter ande­rem Ses­sel und Stüh­le mit einer inte­grier­ten Auf­steh­hil­fe sein.

Klei­ne Hilfs­mit­tel mit gros­ser Wir­kung von der Rheumaliga
Die Rheu­ma­li­ga führt cle­ve­re Hilfs­mit­tel, die die Gelen­ke ent­las­ten und ein selbst­stän­di­ges Arbei­ten in der Küche ermög­li­chen, zum Bei­spiel einen Schraub­de­ckel­öff­ner. Die­ser ver­fügt über gezack­te Greif­ba­cken, die sich auf diver­se Deckel­grös­sen ein­stel­len las­sen. Den Edel­stahl­griff umfasst man mit locke­rem Faust­griff, und durch die Hebel­wir­kung braucht es deut­lich weni­ger Kraft, um den Dreh­ver­schluss zu öffnen.

Vol­le Pfan­nen sind schnell schwer. Dank einem mobi­len Griff erhält eine Pfan­ne mit einem Hal­te­griff rasch einen zwei­ten, sodass sich das Gewicht auf bei­de Hän­de ver­teilt. Der Hal­te­griff passt auf alle Pfan­nen und ist leicht anzu­brin­gen. Eine rutsch­fes­te Unter­la­ge hilft dabei, dass Schnei­de­bret­ter wäh­rend des Arbei­tens sicher an Ort und Stel­le blei­ben. Tipp: Eine sol­che Unter­la­ge spart auch beim Öff­nen von Ver­schlüs­sen oder beim Rüh­ren Kraft in der Haltehand.

Die Rheu­ma­li­ga hat auch eine Rüst­mat­te im Ange­bot, die nur 36 Gramm wiegt. Beson­ders prak­tisch: Da sie bieg­sam ist, lässt sich das Schnitt­gut beid­hän­dig in die Schüs­sel gleiten.

Hören und Sehen
Nimmt im Alter das Hör- oder Seh­ver­mö­gen ab, erschwert das die Kom­mu­ni­ka­ti­on und die sozia­le Inter­ak­ti­on enorm. Das Anschaf­fen eines Hör­ge­räts soll­ten Betrof­fe­ne daher recht­zei­tig prü­fen. Bean­tra­gen sie die­ses vor dem Errei­chen des ordent­li­chen Ren­ten­al­ters, kom­men sie auch danach in den Genuss der Besitz­stand­wah­rung. Das bedeu­tet, dass von der IV finan­zier­te Hilfs­mit­tel im AHV-Alter wei­ter­fi­nan­ziert wer­den. Nut­zen Betrof­fe­ne das Hör­ge­rät erst spä­ter, kön­nen sie bei der AHV einen Bei­trag an die Kos­ten bean­tra­gen. Ähn­lich ver­hält es sich bei Seh­hil­fen für den Nah­be­reich: Gewöhnt man sich früh an eine Bifo­kal­bril­le, ist die Umstel­lung ein­fa­cher, als wenn der Nah­be­reich eine star­ke Kor­rek­tur benö­tigt.

Für Men­schen mit Seh­schwä­chen erleich­tern Ver­grös­se­rungs­glä­ser das Lesen von Tex­ten in Büchern, Zeit­schrif­ten oder auf Ver­pa­ckun­gen erheblich.

Bewe­gung und geziel­tes Training
Bewe­gung ist gut für das Immun­sys­tem sowie die psy­chi­sche und phy­si­sche Gesund­heit, für einen ent­spann­ten Schlaf und ein sta­bi­les Gewicht. Durch regel­mäs­si­ges Trai­ning kann man Kraft und Gleich­ge­wicht ver­bes­sern sowie das Sturz­ri­si­ko deut­lich senken.

Bewe­gung ist gut für das Immun­sys­tem sowie die psy­chi­sche und phy­si­sche Gesund­heit, für einen ent­spann­ten Schlaf und ein sta­bi­les Gewicht. Durch regel­mäs­si­ges Trai­ning kann man Kraft und Gleich­ge­wicht ver­bes­sern sowie das Sturz­ri­si­ko deut­lich senken.

Bera­tungs­stel­len helfen
Ist eine Per­son nicht mehr in der Lage, sich selbst zu ver­sor­gen, tut sich der Part­ner oder die Part­ne­rin sehr schwer, den Umzug für die­se Per­son in eine Insti­tu­ti­on zu unter­stüt­zen. Nach vie­len Jah­ren des Zusam­men­seins füh­len sich die meis­ten ver­ant­wort­lich für die ande­re Per­son und wol­len die­sen Schritt selbst orga­ni­sie­ren. Doch es lohnt sich, Hil­fe von Bera­tungs­stel­len für den Über­tritt in eine Insti­tu­ti­on zu holen.

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Dank der Hebel­wir­kung des Schraub­de­ckel­öff­ners lässt sich ein Dreh­ver­schluss mit wenig Kraft­auf­wand öff­nen. Quel­le: Rheu­ma­li­ga Schweiz
Aus eins mach zwei: Dank einem mobi­len Hal­te­griff lässt sich eine Pfan­ne bes­ser tra­gen. Quel­le: Rheu­ma­li­ga Schweiz

Wert­vol­le Anlaufstellen
www.spitex.ch
www.rheumaliga.ch
www.prosenectute.ch
www.sahb.ch