Mobi­li­tät im All­tag mit einer pro­gre­di­en­ten Erkrankung

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Der Kör­per ver­liert bei neu­ro­lo­gi­schen oder mus­ku­lä­ren Erkran­kun­gen immer mehr an Beweg­lich­keit und Kraft. Eine sol­che pro­gre­di­en­te, also fort­schrei­ten­de Erkran­kung erschwert die Mobi­li­tät erheb­lich. Für Betrof­fe­ne sind indi­vi­du­el­le Stra­te­gien wich­tig, damit sie so lan­ge wie mög­lich mobil blei­ben und ihre Lebens­qua­li­tät erhalten.

Oft machen sich bei einer pro­gre­di­en­ten Erkran­kung am Anfang klei­ne Ein­schrän­kun­gen im All­tag bemerk­bar, zum Bei­spiel beim Gehen oder auch bei ein­fa­chen Tätig­kei­ten im Haus­halt oder im Beruf. Betrof­fe­ne fin­den heu­te prak­ti­sche Hilfs­mit­tel für den All­tag – von klei­nen bis zu gros­sen Hel­fern, die Aus­wahl ist vielfältig.

Die Krank­heit der tau­send Gesichter 
In die­sem Arti­kel dient Mul­ti­ple Skle­ro­se (MS) als Bei­spiel einer fort­schrei­ten­den Erkran­kung. MS ist eine chro­ni­sche Erkran­kung des zen­tra­len Ner­ven­sys­tems. Kenn­zeich­nend sind Ent­zün­dun­gen und Schä­di­gun­gen der Mye­lin­schicht, wel­che die Ner­ven­fa­sern umgibt. Die­se Schä­di­gun­gen lösen ver­schie­de­ne Sym­pto­me aus, die je nach Per­son sehr indi­vi­du­ell aus­ge­prägt sind. Häu­fig tritt eine Mus­kel­schwä­che auf, beglei­tet von Koor­­di­na­­ti­ons- und Gleich­ge­wichts­stö­run­gen, die das Gehen und das Ste­hen erschwe­ren. Seh­stö­run­gen kön­nen die Wahr­neh­mung beein­träch­ti­gen, oder eine Fati­gue kann zu einer anhal­ten­den Erschöp­fung führen.

Auch kogni­ti­ve Ver­än­de­run­gen sind mög­lich, die das Den­ken, das Erin­nern und die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit beein­flus­sen. Wegen der viel­fäl­ti­gen Sym­pto­me und Ver­än­de­run­gen nennt man MS auch «Krank­heit der tau­send Gesich­ter». Die­ser Arti­kel behan­delt die moto­ri­schen, die mus­ku­lä­ren und die koor­di­na­ti­ven Aus­wir­kun­gen und zeigt, wel­che Hilfs­mit­tel Betrof­fe­ne zu wel­chem Zeit­punkt unterstützen.

Rol­la­to­ren geben Halt
Vie­le MS-Erkran­k­­te emp­fin­den die ers­ten Hilfs­mit­tel als gros­se Umstel­lung. «Wir mer­ken in unse­ren Bera­tun­gen oft, dass Betrof­fe­ne sehr lan­ge war­ten, bevor sie ein Hilfs­mit­tel nut­zen», sagt Mar­kus Wiet­kamp. Er lei­tet das Hilfs­mit­tel­zen­trum der SAHB in Oen­sin­gen. Vie­le erkrank­te Per­so­nen grei­fen in einem ers­ten Schritt zu einem Hilfs­mit­tel, das in zahl­rei­chen Haus­hal­ten zu fin­den ist: zu Wal­king­stö­cken. Die­se sind sehr leicht, ver­stell­bar und unter­stüt­zen Betrof­fe­ne beim Gehen län­ge­rer Strecken.

Wenn neben dem fort­schrei­ten­den Kraft­ver­lust auch Unsi­cher­hei­ten in der Koor­di­na­ti­on und im Gleich­ge­wicht auf­tre­ten, ist ein Rol­la­tor eine wert­vol­le Hil­fe im All­tag. Je nach Bedarf gibt es Model­le für unter­schied­li­che Ein­satz­be­rei­che – von leich­ten, wen­di­gen Vari­an­ten für Innen­räu­me bis zu sta­bi­le­ren Model­len für draus­sen. Vie­le Betrof­fe­ne bevor­zu­gen einen viel­sei­ti­gen Rol­la­tor, den sie sowohl drin­nen als auch draus­sen nut­zen können.

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Ein Rol­la­tor mit prak­ti­schem Stauraum

Wel­cher Roll­stuhl ist der passende?
Wenn sich ihr Zustand ver­schlech­tert, kön­nen Betrof­fe­ne kur­ze Distan­zen drin­nen oft noch mit Geh­stö­cken oder einem Rol­la­tor zurück­le­gen. Draus­sen ist nun, beson­ders für län­ge­re Stre­cken, ein Roll­stuhl nötig. Doch wel­ches Modell ist das pas­sen­de? Bei den Hand­roll­stüh­len unter­schei­det man zwi­schen Basis­roll­stüh­len, Spe­zi­al­roll­stüh­len und Adaptivrollstühlen.

Basis- und Spezialrollstühle
Basis­roll­stüh­le wer­den oft von Per­so­nen genutzt, die kei­ne lan­gen Stre­cken mehr zurück­le­gen kön­nen, sonst aber ohne Hilfs­mit­tel unter­wegs sind.

Spe­zi­al­roll­stüh­le sind Pfle­ge­roll­stüh­le für Men­schen, die nicht mehr in der Lage sind, den Roll­stuhl selbst­stän­dig anzu­trei­ben. Sol­che Model­le ver­fü­gen über eine Rücken­nei­gung, Sitz­kan­te­lung und hoch­stell­ba­re Bein­stüt­zen, damit man die Posi­ti­on der nut­zen­den Per­son im Ver­lauf des Tages ändern kann. Ein Bei­spiel: Ver­la­gert man die Per­son vom Sit­zen in eine hori­zon­ta­le Posi­ti­on, lässt sich tags­über ein Trans­fer ins Bett vermeiden.

Adap­tiv­roll­stüh­le
«MS-erkran­k­­ten Per­so­nen emp­feh­len wir einen Adap­tiv­roll­stuhl, der sich zusam­men­fal­ten lässt und mit weg­schwenk­ba­ren, abnehm­ba­ren Bein­stüt­zen aus­ge­stat­tet ist», erklärt Mar­kus Wiet­kamp. Der Grund: Fixe Bein­stüt­zen wer­den schnell zur Stol­per­fal­le, sobald eine Per­son den Trans­fer aus dem Roll­stuhl nicht mehr über den Stand machen kann. Im Ver­gleich zu einem Basis­roll­stuhl lässt sich ein Adap­tiv­roll­stuhl bes­ser kon­fi­gu­rie­ren und ein­stel­len. Es gibt falt­ba­re Model­le oder sol­che mit Festrahmen.

MS-Erkran­k­­te, die ihren Hand­roll­stuhl täg­lich benut­zen, stel­len mit der Zeit fest, dass ihr Akti­ons­ra­di­us trotz­dem sehr beschränkt ist. Das liegt dar­an, dass bei MS nebst den unte­ren Extre­mi­tä­ten oft auch die obe­ren betrof­fen sind. Wer­den die Arme schwä­cher, lässt sich ein Hand­roll­stuhl nicht über einen län­ge­ren Zeit­raum mit rei­ner Mus­kel­kraft antreiben.

Für das Bewäl­ti­gen län­ge­rer Stre­cken gibt es kraft­scho­nen­de Hilfs­mit­tel, dank denen Betrof­fe­ne selbst­stän­dig von A nach B gelan­gen: Antriebe

Kraft­un­ter­stüt­zen­de Antriebe
Kraft­un­ter­stüt­zen­de Gerä­te sind elek­tri­sche Zusatz­an­trie­be, die den Vor­trieb eines manu­el­len Roll­stuhls erleich­tern. Sie ver­stär­ken die Antriebs­kraft der nut­zen­den Per­son und ver­rin­gern so die kör­per­li­che Anstren­gung – beson­ders bei Stei­gun­gen, unebe­nem Gelän­de oder län­ge­ren Stre­cken. Meist moto­ri­siert, sor­gen sie für ein sanf­tes und effi­zi­en­tes Fort­be­we­gen und erhö­hen die Mobi­li­tät im Alltag.

Im Gegen­satz zu den Elek­tro­roll­stüh­len ver­stär­ken kraft­un­ter­stüt­zen­de Antrie­be die eige­ne Antriebs­kraft der nut­zen­den Per­son gezielt, anstatt den Roll­stuhl voll­stän­dig elek­trisch anzu­trei­ben. Je nach Bedarf pas­sen die Nut­zen­den die Unter­stüt­zung an – sei es für leich­te Ver­stär­kung bei ebe­nem Boden oder für mehr Schub beim Bergauffahren.

 

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Bei Pfle­ge­roll­stüh­len lässt sich die Posi­ti­on der nut­zen­den Per­son je nach Bedürf­nis ändern.

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Ein Adap­tiv­roll­stuhl mit einem falt­ba­ren Rahmen

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Adap­tiv­roll­stuhl mit Fest­rah­men, der sich für ver­schie­de­ne Bedürf­nis­se ein­stel­len lässt

Antrieb von hin­ten, Zug­kraft von vorn
Auf dem Hilfs­mit­tel­markt gibt es vie­le Antrie­be, die zusätz­lich an den Hand­roll­stuhl ange­baut wer­den kön­nen. Dies ent­we­der hin­ten am Roll­stuhl als Heck­an­trieb oder vorn als Zuggerät.

Heck­an­trie­be haben kom­pak­te, leis­tungs­star­ke Moto­ren, die sich an den Hin­ter­rä­dern eines manu­el­len Roll­stuhls befes­ti­gen las­sen. Sie erleich­tern es, län­ge­re Stre­cken zurück­zu­le­gen, Stei­gun­gen zu bewäl­ti­gen und auf unebe­nem Gelän­de zu fah­ren. Das ist sehr kraft­spa­rend, denn Nut­zen­de brau­chen nur noch den Roll­stuhl zu steu­ern. Der Antrieb sorgt für ein natür­li­ches Fahr­ge­fühl und über­nimmt das Fort­be­we­gen in anspruchs­vol­len Umge­bun­gen wie Ram­pen oder holp­ri­gen Wegen.

Vor­spann­ge­rä­te
Vor­spann­ge­rä­te las­sen sich beim Hand­roll­stuhl an- und abkup­peln. Man unter­schei­det zwi­schen kraft­un­ter­stüt­zen­den und elek­tri­schen Model­len. Bei Ers­te­ren funk­tio­niert der Antrieb wie bei einem Velo, aber mit den Armen statt den Bei­nen. Nut­zen­de fah­ren voll­stän­dig mit ihrer Mus­kel­kraft. Sol­che Gerä­te sind ide­al für Per­so­nen mit unein­ge­schränk­ter Beweg­lich­keit in den obe­ren Extre­mi­tä­ten. Häu­fig wer­den sie von Paraplegiker/innen ver­wen­det. Model­le mit elek­tri­scher Unter­stüt­zung ermög­li­chen ein mühe­lo­ses Fort­be­we­gen, indem sie den Roll­stuhl eigen­stän­dig zie­hen. Die meis­ten Vor­spann­ge­rä­te sind schnel­ler als ande­re Antrie­be und haben eine grös­se­re Reichweite.

Elek­tri­sche Zusatz­an­trie­be bei Handrollstühlen
Wer im Roll­stuhl sitzt, bewegt sich mit einem zusätz­li­chen E‑Motor leich­ter fort – das spart Kraft und stei­gert die Unab­hän­gig­keit. Der klei­ne Antrieb, mit dem sich ein Roll­stuhl ein­fach nach­rüs­ten lässt, macht das Leben unter­wegs ange­neh­mer. Eini­ge der wich­tigs­ten Vor­tei­le sind:

Kör­per­li­che Anstren­gung reduzieren
Der gröss­te Vor­teil eines elek­tri­schen Zusatz­an­triebs ist die Ent­las­tung des Kör­pers. Das manu­el­le Antrei­ben eines Hand­roll­stuhls erfor­dert viel Kraft, was auf län­ge­ren Stre­cken schnell ermü­dend sein kann. Der Zusatz­an­trieb ent­las­tet die Gelen­ke, ins­be­son­de­re die Schul­tern, aber auch die Arme. Das ver­rin­gert lang­fris­tig das Risi­ko von Über­las­tung und Schmerzen.

Mobi­li­tät und Reich­wei­te erhöhen
Elek­tri­sche Zusatz­an­trie­be ermög­li­chen es, län­ge­re Stre­cken mit weni­ger Kraft­auf­wand zurück­zu­le­gen. Beson­ders für Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Aus­dau­er oder Mus­kel­kraft sind sie eine wert­vol­le Unter­stüt­zung im Alltag.

Auch schwie­ri­ges Gelän­de wie Kopf­stein­pflas­ter, Gras oder Sand lässt sich leich­ter bewäl­ti­gen. Selbst Stei­gun­gen, die sonst nur mit gros­ser Anstren­gung zu meis­tern wären, ver­ein­facht ein Antrieb deut­lich – Nut­zen­de sind nicht auf die Hil­fe ande­rer angewiesen.

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Mit dem Zug­ge­rät lässt sich der Roll­stuhl auch steuern.

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Vor­spann­ge­rä­te gibt es mit und ohne Antrieb – je nach­dem, ob die nut­zen­de Per­son Kraft in den obe­ren Extre­mi­tä­ten hat oder nicht.

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Ein elek­tri­scher Zusatz­an­trieb lässt sich leicht nach­rüs­ten und erleich­tert das Fah­ren erheblich.

Unab­hän­gi­ger sein
Ein elek­tri­scher Zusatz­an­trieb ermög­licht es Roll­stuhl­fah­ren­den, sich fort­zu­be­we­gen, ohne auf die Unter­stüt­zung von Begleit­per­so­nen ange­wie­sen zu sein. Dadurch sind sie im All­tag fle­xi­bler. Zudem sind die­se Antrie­be vie­ler­orts ein­setz­bar: Sie erleich­tern das Fort­be­we­gen in Innen­räu­men wie auch auf unweg­sa­mem Ter­rain, etwa auf Park­we­gen und Wald­we­gen oder bei wid­ri­gen Wetterbedingungen.

Kom­for­ta­ble und fle­xi­ble Handhabung
Vie­le Zusatz­an­trie­be las­sen sich mit weni­gen Hand­grif­fen an- und abmon­tie­ren. Dadurch bleibt die Fle­xi­bi­li­tät erhal­ten – Nut­zen­de kön­nen je nach Situa­ti­on ent­schei­den, wann sie die Unter­stüt­zung ein­set­zen möch­ten. Eini­ge Model­le bie­ten zudem eine indi­vi­du­el­le Steue­rung. Durch die­se stel­len Nut­zen­de den Grad der elek­tri­schen Unter­stüt­zung je nach Bedarf ein. So bleibt die Fort­be­we­gung jeder­zeit kom­for­ta­bel und gut kontrollierbar.

Lebens­qua­li­tät steigern
Weni­ger kör­per­li­che Belas­tung bedeu­tet mehr Ener­gie für den All­tag. Wer Mus­keln und Gelen­ke schont, ist weni­ger erschöpft und müde und hat weni­ger Schmer­zen. So kön­nen Betrof­fe­ne auch spon­ta­ne Aus­flü­ge unter­neh­men und blei­ben ins­ge­samt akti­ver. Die­se gewon­ne­ne Frei­heit sorgt für eine gestei­ger­te Lebens­qua­li­tät und mehr Unab­hän­gig­keit bei der Wahl von Akti­vi­tä­ten und Zielen.

Auf den Elek­tro­roll­stuhl umsteigen
Ein elek­tri­scher Zusatz­an­trieb für Hand­roll­stüh­le macht das Fah­ren kom­for­ta­bler und bie­tet Unter­stüt­zung, wenn die Mus­kel­kraft nach­lässt. Er ermög­licht es Roll­stuhl­fah­ren­den, ihre Mobi­li­tät zu erwei­tern, ohne sofort auf einen voll­elek­tri­schen Roll­stuhl ange­wie­sen zu sein.

Doch was, wenn das eigen­stän­di­ge Antrei­ben des Hand­roll­stuhls zuneh­mend schwer­fällt oder ein selbst­stän­di­ger Trans­fer in den und aus dem Roll­stuhl nicht mehr mög­lich ist? Dann lohnt es sich, auf einen Elek­tro­roll­stuhl umzu­stei­gen. Ein Schritt, der den­noch gut über­legt sein will.

Wäh­rend ein Elek­tro­roll­stuhl vie­le Vor­tei­le bie­tet, wie mehr Unab­hän­gig­keit und grös­se­ren Kom­fort, bringt er auch Her­aus­for­de­run­gen mit sich. «Um rich­tig zu ent­schei­den, ist es wich­tig, dass Inter­es­sier­te ihre indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se abwä­gen und sich umfas­send bera­ten las­sen», so Mar­kus Wietkamp.

Wann ein Elek­tro­roll­stuhl Sinn macht
Wenn die Mus­keln schwä­cher wer­den und die Aus­dau­er schwin­det, strengt das Anschie­ben eines Hand­roll­stuhls die Arme zu sehr an – die Per­son ermü­det schnell. Gera­de für län­ge­re Stre­cken bie­tet ein Elek­tro­roll­stuhl eine wert­vol­le Ent­las­tung und ermög­licht wei­ter­hin ein akti­ves Leben.

Vor­tei­le
Das Gelän­de spielt eine ent­schei­den­de Rol­le. Wäh­rend Hand­roll­stüh­le auf ebe­nem Unter­grund gut funk­tio­nie­ren, stos­sen sie auf unebe­nen Wegen, bei Stei­gun­gen oder auf Kopf­stein­pflas­ter oft an ihre Gren­zen. Elek­tro­roll­stüh­le sind für sol­che Her­aus­for­de­run­gen bes­ser geeig­net, da sie zusätz­li­chen Kom­fort bie­ten und sta­bil sind. Sie erleich­tern das Fah­ren auf Ram­pen, hüge­li­gem Gelän­de oder unbe­fes­tig­ten Wegen und erwei­tern so den Bewe­gungs­ra­di­us erheblich.

Im Gegen­satz zu Hand­roll­stüh­len las­sen sich vie­le Elek­tro­roll­stüh­le indi­vi­du­ell anpas­sen und auf die jewei­li­gen kör­per­li­chen Bedürf­nis­se abstim­men. Funk­tio­nen wie ein ver­stell­ba­rer Sitz, fle­xi­ble Fuss­stüt­zen oder anpass­ba­re Steue­rungs­mög­lich­kei­ten, wie per Joy­stick, Knopf­druck oder mit den Augen, erhö­hen den Kom­fort. Nut­zen­de mit einem opti­mal auf ihre Bedürf­nis­se ein­ge­stell­ten Elek­tro­roll­stuhl sind im All­tag mobi­ler und unabhängiger.

Nach­tei­le
Elek­tro­roll­stüh­le sind in der Regel schwe­rer und grös­ser als Hand­roll­stüh­le, was den Trans­port erschwe­ren kann. So ist es ist manch­mal schwie­rig, den Roll­stuhl in einem Auto zu ver­stau­en, es sei denn, es gibt ein spe­zi­ell umge­bau­tes Auto. Auch kann die Tech­nik her­aus­for­dernd sein. So brau­chen eini­ge Nut­zen­de womög­lich län­ger, um sich an sie zu gewöh­nen, ins­be­son­de­re wenn der Elek­tro­roll­stuhl über kom­ple­xe Steu­er­me­cha­nis­men oder Funk­tio­nen verfügt.

Bera­tung und aus­pro­bie­ren – das A und O 
Eine Ver­sor­gung mit einem Elek­tro­roll­stuhl steht an, was tun? «Wir emp­feh­len Betrof­fe­nen immer, sich pro­fes­sio­nell bera­ten zu las­sen und pas­sen­de Model­le aus­zu­pro­bie­ren», führt Mar­kus Wiet­kamp aus. Bei der Wahl des Roll­stuhls ist eine enge Zusam­men­ar­beit mit Fach­leu­ten aus Phy­sio­the­ra­pie, Ergo­the­ra­pie, dem Fach­han­del für Mobi­li­täts­hil­fen oder der SAHB ent­schei­dend. Wer bei der Mobi­li­tät mehr Unter­stüt­zung benö­tigt, pro­fi­tiert immens von einem Elektrorollstuhl.

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Elek­tro­roll­stüh­le für den Gebrauch im Aus­sen­be­reich sind in der Regel grös­ser und haben einen bes­se­ren Fahrkomfort
Elek­tro­roll­stüh­le für den Innen­be­reich sind sehr kom­pakt in ihren Aussenmassen. 

IV-Depots: nach­hal­tig und ressourcenschonend

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Alle acht Hilfs­mit­tel­zen­tren der SAHB füh­ren im Man­dat des Bun­des­am­tes für Sozi­al­ver­si­che­run­gen (BSV) ein Hilfs­mit­tel­de­pot, kurz IV-Depot. Die­se IV-Depots sind eine gute Sache, denn hier erhal­ten nicht mehr gebrauch­te Hilfs­mit­tel ein neu­es Leben. Die Fach­leu­te revi­die­ren und repa­rie­ren sie und geben sie an eine nächs­te nut­zen­de Per­son ab. Schweiz­weit war­ten ca. 4000 Hilfs­mit­tel auf den Wie­der­ein­satz. Das Team in Itti­gen gibt jähr­lich etwa 700 Hilfs­mit­tel ab. Genau­so vie­le Hilfs­mit­tel kom­men pro Jahr ins Depot zurück. Doch was genau pas­siert in einem IV-Depot? Ein Besuch im IV-Depot in Itti­gen bringt Licht ins Dun­kel. Ein Bei­spiel: Eine Per­son hat einen Roll­stuhl, benö­tigt nun aber einen neu­en. Die IV erteilt ihr eine Kos­ten­gut­spra­che und schickt ihr gleich­zei­tig einen Rück­for­de­rungs­auf­trag. In die­sem steht, dass die Per­son den alten Roll­stuhl im IV-Depot abge­ben muss. Das Team der SAHB erhält die­ses Schrei­ben auch und weiss dann, dass ein Roll­stuhl zurück­kommt. Für die Rück­ga­be gibt es ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten: Die Per­son bringt das Hilfs­mit­tel in ein IV-Depot oder lässt es von der SAHB abho­len. Oder sie bringt das Hilfs­mit­tel in den Fach­han­del, der dann meh­re­re gleich­zei­tig ins IV-Depot retourniert.

Rück­ga­be und ers­te Kontrolle
Im IV-Depot in Itti­gen ange­kom­men, kommt das Hilfs­mit­tel zuerst ins Unter­ge­schoss des Gebäu­des. Dort sind die Anlie­fe­rung und die Hal­le, in der unter­schied­lichs­te retour­nier­te Roll­stüh­le, Elek­tro­mo­bi­le, Pfle­ge­bet­ten und ande­re Hilfs­mit­tel ste­hen. Man­che Roll­stüh­le sehen ziem­lich mit­ge­nom­men aus. Kaum vor­stell­bar, dass die­se wie­der in Umlauf gehen. In der Hal­le unter­zie­hen der Team­lei­ter Bera­tung und der Werk­statt­lei­ter die Hilfs­mit­tel einer ers­ten Kon­trol­le. Sie ent­schei­den, wel­che Hilfs­mit­tel sie kom­plett revi­die­ren, von wel­chen sie noch Ersatz­tei­le brau­chen kön­nen und wel­che ent­sorgt und recy­celt wer­den. Nach einem Ampel­sys­tem mit Auf­kle­bern kenn­zeich­nen sie die Hilfs­mit­tel. Grün bedeu­tet, das Hilfs­mit­tel wird wie­der ein­ge­setzt, rot ist zum Ent­sor­gen und blau kenn­zeich­net Hilfs­mit­tel, die Ersatz­tei­le lie­fern. Sind Hilfs­mit­tel in der Schweiz nicht mehr zuge­las­sen oder lie­fert der Fach­han­del kei­ne Ersatz­tei­le mehr, zie­hen eini­ge, noch funk­ti­ons­tüch­ti­ge Hilfs­mit­tel wei­ter nach Äthio­pi­en und leis­ten dort gute Diens­te (sie­he Kas­ten). Gene­rell gilt: Gibt das IV-Depot älte­re Model­le gra­tis ab, unter­schrei­ben die Abneh­mer, dass sie kei­nen Pro­fit dar­aus schlagen.

Zurück in die Hal­le. Die Fach­leu­te füh­ren über jedes Hilfs­mit­tel exakt Buch und erfas­sen alle Details in ihrem Sys­tem. So haben sie den Über­blick und wis­sen, was sie alles im Depot lagern. Auf die­se Daten­bank haben alle IV-Depots Zugriff und kön­nen bei Bedarf ein Hilfs­mit­tel an einem ande­ren Stand­ort bestel­len. Meis­tens sind dies Roll­stüh­le. «Rol­la­to­ren und Pfle­ge­bet­ten ver­schie­ben wir nicht von einem Depot ins nächs­te, da es nicht wirt­schaft­lich ist», erklärt Alex­an­dra Frey. Sie lei­tet das Hilfs­mit­tel­zen­trum in Ittigen.

Cle­ver gela­gert und organisiert
Recy­celn die Fach­leu­te Hilfs­mit­tel, schau­en sie genau hin und demon­tie­ren Zube­hör, das für Repa­ra­tu­ren und Revi­sio­nen nütz­lich sein könn­te. Vie­le Hilfs­mit­tel ent­hal­ten Alu­mi­ni­um und Elek­tro­nik. «Gera­de Elek­tro­roll­stüh­le geben immer wert­vol­les Ersatz­ma­te­ri­al her», erläu­tert Alex­an­dra Frey. Was übrig bleibt, trennt und ent­sorgt das Team fach­ge­recht. Hilfs­mit­tel für den Wie­der­ein­satz sind im zwei­ten Stock des Hilfs­mit­tel­zen­trums. Dort befin­den sich die Werk­statt und die Lager­hal­len. Letz­te­re sind das Herz­stück des IV-Depots. In den Hal­len befin­den sich rei­hen­wei­se Rega­le mit unre­vi­dier­ten Hilfs­mit­teln. Hier gibt es alles: von Steh­ge­stel­len, Kin­der­sit­zen und Ram­pen über Kin­der­roll­stüh­le, Elek­­t­ro- und Hand­roll­stüh­le bis hin zu Elek­tro­an­trie­ben, Trep­pen­steig­ge­rä­ten, Scoo­tern und Pfle­ge­bet­ten. In Schrän­ken befin­den sich neue Sitz­kis­sen und in Kis­ten das Ersatz­ma­te­ri­al. Alles ist nach Art und Grös­se sor­tiert, beschrif­tet und mit Sys­tem orga­ni­siert. Alex­an­dra Frey nennt das IV-Depot einen Gemischt­wa­ren­han­del. Wäh­rend sich der Fach­han­del meist auf aus­ge­wähl­te Hilfs­mit­tel kon­zen­triert, erhal­ten die IV-Depots die unter­schied­lichs­ten Produkte.

Schnell ver­füg­bar, ein Vor­teil der IV-Depots
«Man­che Hilfs­mit­tel sind schnell weg, ande­re ste­hen lan­ge hier», führt Alex­an­dra Frey aus. Etwa, weil sie eine Grös­se haben, die nur weni­gen Per­so­nen passt, oder weil es ein spe­zi­el­les Hilfs­mit­tel ist. Wenn jemand ein Hilfs­mit­tel benö­tigt, steht es inner­halb von zwei bis drei Tagen bereit. Zeit ist ein ent­schei­den­der Vor­teil der IV-Depots gegen­über dem Fach­han­del. «Die­ser hat oft kei­ne gros­sen Lager und bestellt die Hilfs­mit­tel bei den Her­stel­lern», so Alex­an­dra Frey. Bei Lie­fer­eng­päs­sen oder je nach Welt­la­ge kann sich die War­te­zeit um Mona­te hin­aus­zö­gern. In den IV-Depots steht das Mate­ri­al bereit. Auch das Insel­spi­tal bezieht Hilfs­mit­tel aus dem IV-Depot in Itti­gen. «Wenn sie ein Pfle­ge­bett oder einen Roll­stuhl für die Pal­lia­tiv­pfle­ge benö­ti­gen, muss es schnell gehen», erzählt Alex­an­dra Frey.

Die Werk­statt ver­leiht neu­en Glanz
Damit die Fach­leu­te ein Hilfs­mit­tel auf­be­rei­ten kön­nen, erhal­ten sie einen Werk­statt­an­trag. Die­sen erstellt die Per­son, die die Kli­en­tin oder den Kli­en­ten bera­ten hat. Der Werk­statt­an­trag beschreibt genau, wie die Werk­statt­mit­ar­bei­ten­den das Hilfs­mit­tel anpas­sen müs­sen. Sie holen das ent­spre­chen­de Hilfs­mit­tel aus dem Lager, anschlies­send lagern sie es in einer Art War­te­zim­mer zwi­schen, denn die Mit­ar­bei­ten­den der Werk­statt arbei­ten die Hilfs­mit­tel nach Prio­ri­tät ab. Oft geht ein Hilfs­mit­tel vor der Revi­si­on unter die Dusche. Dazu hat das IV-Depot einen sepa­ra­ten Raum. Die­ser ist mit einem Hoch­druck­rei­ni­ger, einer Wasch­ma­schi­ne, Ent­kal­kungs­mit­tel für Dusch­stüh­le sowie Rei­­ni­­gungs- und Des­in­fek­ti­ons­mit­teln aus­ge­stat­tet. Die Mecha­ni­ker neh­men das Hilfs­mit­tel aus­ein­an­der, rei­ni­gen es gründ­lich und las­sen es trock­nen. Anschlies­send berei­ten sie es auf, erset­zen altes Mate­ri­al mit neu­em, repa­rie­ren und pas­sen es genau an die Per­son an, die es erhält. Es ist erstaun­lich, wel­chen Wan­del die Hilfs­mit­tel durch­lau­fen. Denn nach geta­ner Arbeit sehen sie aus wie neu und war­ten dar­auf, abge­holt zu werden.

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Gebrauch­te Hilfs­mit­tel, die ins IV-Depot zurückkommen, sehen mit­un­ter ziem­lich lädiert aus

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Kor­rek­tes Ent­sor­gen und Recy­cling sind für 2 das IV-Depot das A und O.

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In den Lager­hal­len sta­peln sich Hilfs­mit­tel und 3 Ersatz­tei­le aller Art – mit Sys­tem organisiert.

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Durch den Werk­statt­an­trag wis­sen die Werk­statt­mit­ar­bei­ten­den, was sie alles für die neue nut­zen­de Per­son anpas­sen müssen.

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Die War­te­schlan­ge mit den zu revi­die­ren­den Hilfsmitteln

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In die­sem Raum rei­ni­gen die Fach­leu­te die Hilfsmittel.

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Der Werk­statt­mit­ar­bei­ter berei­tet einen Kin­der­roll­stuhl neu auf.

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Das aus­ein­an­der­ge­nom­me­ne Steh­ge­stell für ein Kind wird neu bestückt.

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Wie neu: Ein fer­tig revi­dier­ter Roll­stuhl mit Zug­ge­rät ist bereit zum Abholen.

In Äthio­pi­en wei­ter im Einsatz

Hilfs­mit­tel, die aus­ran­giert sind oder den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen der Schweiz nicht mehr genügen, erhal­ten ein wei­te­res Leben in Äthio­pi­en. Rollstühle und Hilfs­mit­tel sind dort, wie auch in ande­ren afri­ka­ni­schen Län­dern, ein rares Gut. 17 Pro­zent der Men­schen in Äthio­pi­en leben mit einer Behin­de­rung. Gründe sind Krieg, Krank­hei­ten oder Unfäl­le. Die SAHB unterstützt mit ihrem Part­ner Rol­laid aus Inter­la­ken die Non-Pro­­fit-Orga­­ni­­sa­­ti­on Addis Guzo. Nebst Mate­ri­al­spen­den rei­sen auch regel­mäs­sig zwei Mit­ar­bei­ten­de der SAHB nach Äthio­pi­en, um die Men­schen im Umgang mit Hilfs­mit­teln zu schulen.

Video über Addis Guzo in eng­li­scher Sprache

Mehr erfah­ren:

www.rollaid.org
www.addisguzo.com

IV-Depots: ein Leistungsauftrag

Die IV-Depots bei der SAHB sor­gen dafür, dass gebrauch­te Hilfs­mit­tel gewar­tet und wie­der­ver­wen­det wer­den. So ent­steht ein nach­hal­ti­ger Kreis­lauf, der Res­sour­cen schont und der IV Kos­ten einspart.

Die SAHB bewirt­schaf­tet das Hilfs­mit­tel­de­pot der Inva­li­den­ver­si­che­rung (IV-Depot) im Auf­trag des Bun­des­am­tes für Sozi­al­ver­si­che­run­gen (BSV). In den Depots ste­hen ver­schie­dens­te Hilfs­mit­tel zum Wie­der­ein­satz bereit. Wie ist es zu die­ser Zusam­men­ar­beit gekom­men? Frü­her war es so: Die IV bezog Hilfs­mit­tel über den Fach­han­del. Nicht mehr gebrauch­te Hilfs­mit­tel gin­gen je nach kan­to­na­ler Rege­lung an unter­schied­li­che Stel­len zurück. Ein teu­res und öko­lo­gisch wenig sinn­vol­les Unter­fan­gen für die IV, denn sie kauf­te immer neue Hilfs­mit­tel. Des­halb mach­te sich die IV im Jahr 1988 auf die Suche nach einer unab­hän­gi­gen Orga­ni­sa­ti­on, um die Idee der IV-Depots zu ver­wirk­li­chen. Eine zen­tra­le Stel­le soll­te die Hilfs­mit­tel ver­wal­ten, war­ten und zum Wie­der­ver­wen­den auf­be­rei­ten. Die IV wur­de bei der SAHB fün­dig, da die­se nur bera­tend tätig ist und selbst nicht als Fach­händ­le­rin fungiert.

Ein nach­hal­ti­ger Kreislauf
Noch heu­te bezieht die IV die Hilfs­mit­tel im Fach­han­del und gibt die­se leih­wei­se an Per­so­nen ab, die sie benö­ti­gen. Ein Kind im Wachs­tum oder eine Per­son mit fort­schrei­ten­der Erkran­kung benö­tigt rasch ein ande­res Hilfs­mit­tel. Der Unter­schied zu frü­her ist: Heu­te gehen die gebrauch­ten Hilfs­mit­tel in eines der IV-Depots bei der SAHB. Die Fach­leu­te revi­die­ren sie und geben sie an die nächs­te Per­son ab. Ein nach­hal­ti­ger und res­sour­cen­scho­nen­der Kreis­lauf. «Natür­lich ist es auch wich­tig, dass der Fach­han­del neue Hilfs­mit­tel abgibt, sonst sind die IV-Depots eines Tages leer», erklärt Alex­an­dra Frey. Wie erhält jemand ein Hilfs­mit­tel aus dem IV-Depot? Es gibt ver­schie­de­ne Wege. Ein Bei­spiel­sze­na­rio: Eine Per­son, die einen neu­en Roll­stuhl benö­tigt, wen­det sich an den Fach­han­del. Die­ser erör­tert mit ihr, wel­ches Modell und wel­che Anpas­sun­gen sie braucht. Statt den Roll­stuhl direkt zu ver­kau­fen und der IV zu ver­rech­nen, muss der Fach­han­del erst beim IV-Depot abklä­ren, ob dort ein pas­sen­des Modell vor­han­den ist. Wenn ja, erhält die Per­son das Hilfs­mit­tel aus dem IV-Depot, wenn nicht, vom Fach­han­del. Vie­le Kli­en­tin­nen und Kli­en­ten der SAHB ken­nen das IV-Depot inzwi­schen seit Jah­ren und kon­tak­tie­ren im Bedarfs­fall die Fach­leu­te auch direkt. Fal­len bei einem Hilfs­mit­tel aus dem IV-Depot Repa­ra­tu­ren oder Revi­sio­nen an, kön­nen sich Nut­zen­de jeder­zeit an die Werk­statt des IV-Depots wenden.

Ohne Pro­fit
Das IV-Depot erhält für jedes Hilfs­mit­tel einen Pau­schal­be­trag von der IV. Die­ser deckt Mate­ri­al, War­tung und Löh­ne der Mit­ar­bei­ten­den. Der erwirt­schaf­te­te Über­schuss aus den IV-Depots fliesst Ende Jahr ans BSV zurück. Die SAHB erzielt kei­nen Gewinn aus der Bewirt­schaf­tung des IV- Depots.

 

Gut zu wissen

Der Grund­satz der IV lau­tet: «Es besteht nur Anspruch auf Hilfs­mit­tel in ein­fa­cher, zweck­mäs­si­ger und wirt­schaft­li­cher Aus­füh­rung. Durch eine ande­re Aus­füh­rung beding­te zusätz­li­che Kos­ten hat der Ver­si­cher­te selbst zu tra­gen.» (Art. 2 der Ver­ord­nung des Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­ments des Innern über die Abga­be von Hilfs­mit­teln durch die Invalidenversicherung)