Die Geschich­te der SAHB

Seit 1980 enga­gie­ren wir uns für mehr Unab­hän­gig­keit im All­tag mit Behin­de­rung. Was als klei­ne Arbeits­ge­mein­schaft begann, ist heu­te ein schweiz­weit aner­kann­tes Kom­pe­tenz­zen­trum für Hilfsmittelberatung.

[Titel] - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz 56

Grün­dung und Auftrag

Die Schwei­ze­ri­sche Arbeits­ge­mein­schaft Hilfs­mit­tel­be­ra­tung (SAHB) wur­de am 17. Novem­ber 1980 von ver­schie­de­nen Hilfs­wer­ken gegrün­det. Ihr Ziel: Men­schen mit Behin­de­rung sol­len schweiz­weit eine unab­hän­gi­ge Hilfs­mit­tel­be­ra­tung erhalten.

Unab­hän­gi­ge Bera­te­rin für Hilfs­mit­tel in der Schweiz

Aus die­sem ursprüng­li­chen Enga­ge­ment ent­wi­ckel­te sich schweiz­weit ein aner­kann­tes Kom­pe­tenz­zen­trum für Hilfs­mit­tel­be­ra­tung, fach­tech­ni­sche Beur­tei­lun­gen, Bera­tung und Bewirt­schaf­tung der IV-Depots.

Schritt für Schritt, durch kon­ti­nu­ier­li­ches Wachs­tum, Inno­va­tio­nen und kla­re Ori­en­tie­rung an den Bedürf­nis­sen der Kun­din­nen und Kun­den, prägt die SAHB bis heu­te die Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung in der Schweiz.

Zen­tra­le Meilensteine

1988
Über­nah­me der Bewirt­schaf­tung der IV-Depots für Hilfs­mit­tel im Auf­trag des Bun­des­am­tes für Sozi­al­ver­si­che­run­gen (BSV).

1993
Aner­ken­nung der SAHB durch die Inva­li­den­ver­si­che­rung (IV) als offi­zi­el­le Stelle.

1998
Ein ers­ter befris­te­ter Leis­tungs­ver­trag zwi­schen BSV und SAHB tritt in Kraft.

2008
Der Leis­tungs­ver­trag wird auf unbe­stimm­te Zeit verlängert.

Vor­stand und Geschäftsführung

1981–1983 Sepp Aebi Schwei­ze­ri­sches Wohn- und Arbeits­zen­trum für Mobi­li­täts­be­hin­der­te IWAZ
1983–1992 Wal­ter Lerch Schwei­ze­ri­sche Mul­ti­ple Skle­ro­se Gesellschaft
1992–2004 Han­nes Steiger Pro­cap Schweiz
2004–2020 Mar­cel Schenk Pro Senec­tu­te
2020–2024 Peter Kalt Pro­cap Schweiz
2024– Ndi­ya Dimgba Pro Infir­mis
1982 – 1991 Max Knecht
1991 – 1994 Adri­an Kempf
1994 – 2006 Ernest Wit­s­chard
2006 – 2024 Ulrich Sie­grist
2024 - Doris Sel­ten­ho­fer

Mei­len­stei­ne

Am 17. Novem­ber 1980 grün­den ver­schie­de­ne Hilfs­wer­ke die Schwei­ze­ri­sche Arbeits­ge­mein­schaft Hilfs­mit­tel­be­ra­tung für Behin­der­te und Betag­te (SAHB). Das Ziel: Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Bewe­gungs­fä­hig­keit in den Berei­chen Woh­nen, Fort­be­we­gung und Arbeit unab­hän­gig zu bera­ten. Die SAHB will dezen­tral arbei­ten, um mög­lichst nahe bei ihren Kun­den zu sein. Das Kon­zept sieht eine Geschäfts­stel­le, eine Aus­stel­lung für Hilfs­mit­tel und regio­na­le Bera­tungs­stel­len vor.

Am 7. Sep­tem­ber 1981 nimmt Jakob Bert­schin­ger als ers­te Bera­ter sei­ne Tätig­keit auf. Die Bera­tungs­leis­tun­gen sind gefragt, die Arbeits­last ist erheb­lich. Die SAHB wird von der Inva­li­den­ver­si­che­rung finan­zi­ell unter­stützt, dane­ben beschafft sie ihre Mit­tel durch Mit­glie­der­bei­trä­ge und Spenden.

Max Knecht wird ers­ter SAHB-Geschäfts­­­füh­­rer mit Büro im zür­che­ri­schen Wet­zikon. Eröff­nung der Bera­tungs­stel­le Oensingen

öff­net die Hilfs­­­mi­t­­tel-Aus­­s­tel­­lung Exma ihre Tore. Eröff­nung der Bera­tungs­stel­le Lausanne

sind in Bal­grist, Wet­zikon (Zürich), Plein Sol­eil (Lau­sanne) und Oen­sin­gen vier Repa­ra­tur­werk­stät­ten in Betrieb.

wird die Mit­glied­schaft erwei­tert: Neu kön­nen auch Selbst­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen, Berufs­or­ga­ni­sa­tio­nen, Ver­si­che­rungs­trä­ger und gemein­nüt­zi­ge pri­va­te Kör­per­schaf­ten der SAHB bei­tre­ten. Um die hoch gesteck­ten Zie­le errei­chen zu kön­nen, beschliesst der Ver­ein eine Über­gangs­fi­nan­zie­rung für die nächs­ten drei Jah­re: Die ange­schlos­se­nen Mit­glied­or­ga­ni­sa­tio­nen ver­pflich­ten sich, in die­sem Zeit­raum das Defi­zit für die Umset­zung des Kon­zepts zu decken.

Die ers­te Tes­si­ner Bera­tungs­stel­le nimmt in Bel­lin­zo­na ihren Betrieb auf. Ende Jahr begrüsst die Hilfs­­­mi­t­­tel-Aus­­s­tel­­lung Exma den 10’000sten Besucher.

öff­nen die Bera­tungs­stel­len Horw (Luzern) und Bad Ragaz (St. Gal­len) ihre Tore.

Die SAHB über­nimmt im Auf­trag des Bun­des­amts für Sozi­al­ver­si­che­run­gen (BSV) die Bewirt­schaf­tung der IV-Depots. Dies gewähr­leis­tet auf lan­ge Sicht eine kom­pe­ten­te Bera­tung und pro­fes­sio­nel­le Instand­stel­lung der Hilfs­mit­tel. Im sel­ben Jahr wer­den die Bera­tungs­stel­len Haute­ri­ve (Neu­en­burg) und Bern (in den Räum­lich­kei­ten des Insel­spi­tals) eröff­net. Für die Aus­sen­stel­len wird ein neu­es Kon­zept erar­bei­tet: Sie sind künf­tig Bera­tungs­stel­le, Repa­ra­tur­werk­stät­te und Hilfs­­­mi­t­­tel-Depot in einem. Als ers­tes wer­den Bel­lin­zo­na und Horw zu einem Hilfs­mit­tel­zen­trum zusam­men­ge­führt. In der Exma Oen­sin­gen wird vom 3. Okto­ber bis 30. Novem­ber die Son­der­aus­stel­lung „Kom­mu­ni­ka­ti­on – Tech­nik als Brü­cke von Mensch zu Mensch“ gezeigt.

Eröff­nung der Bera­tungs­stel­le Sierre (Wal­lis). Die SAHB beschäf­tigt inzwi­schen 25 Mit­ar­bei­ten­de und wird von 27 Insti­tu­tio­nen getra­gen. Der ers­te Zusam­men­ar­beits­ver­trag mit dem Bun­des­amt für Sozi­al­ver­si­che­run­gen (BSV) garan­tiert der SAHB einen jähr­li­chen Betriebs­bei­trag und sichert die zukünf­ti­ge Beratungstätigkeit.

Die SAHB rich­tet sich stra­te­gisch neu aus: Der Ver­ein gibt sich eine neue Füh­rungs­struk­tur; die Hilfs­mit­tel­zen­tren wer­den stär­ker ver­netzt und die Arbeits­ab­läu­fe vereinheitlicht.

Ein­wei­hung des neu­en SAHB-Haup­t­­si­t­­zes in Oen­sin­gen (Solo­thurn): Er ver­eint die Geschäfts­stel­le, die Exma-Aus­­s­tel­­lung und das Hilfs­mit­tel­zen­trum Nord unter einem Dach. Eröff­nung der Bera­tungs­stel­le Bin­nin­gen (Basel­land)

Publi­ka­ti­on der ers­ten Fach­zeit­schrift „mobil“ (heu­te „Exma INFO“). Die IV aner­kennt die SAHB als offi­zi­el­le Stel­le für die Bewirt­schaf­tung der IV-Hilfs­­­mi­t­­tel: Das Pflich­ten­heft umfasst Bedarfs­ab­klä­run­gen, Rück­nah­men, Lager­hal­tung, Instand­stel­lung und fach­ge­rech­te Ent­sor­gung der Hilfs­mit­tel. Eröff­nung der Bera­tungs­stel­le St. Gal­len – die SAHB zählt damit elf Bera­tungs­stel­len in der gan­zen Schweiz.

Der Vor­stand ver­ab­schie­det ein neu­es Leit­bild. Die SAHB zählt 60 Mit­ar­bei­ten­de und will künf­tig das Per­so­nal inten­si­ver schulen.

Die Anzahl der Bera­tun­gen und Abklä­run­gen steigt von jähr­lich 4000 (1994) auf 6000

Der ers­te Leis­tungs­ver­trag zwi­schen SAHB und BSV tritt in Kraft. Dar­in sind alle inhalt­li­chen (Füh­rung der Hilfs­mit­tel­de­pots, Abklä­run­gen und all­ge­mei­ne Auf­ga­ben), qua­li­ta­ti­ven und finan­zi­el­len Vor­ga­ben fest­ge­hal­ten. Die SAHB hat gegen­über dem BSV eine Bericht­erstat­tungs­pflicht (Report­ing). Die Exma rea­li­siert in ihren Aus­stel­lungs­räu­men erst­mals eine behin­der­ten­ge­rech­te Mus­ter­woh­nung. Die SAHB-Fach­­zei­t­­schrift erhält ein neu­es Kon­zept und einen neu­en Namen: Das Kür­zel „mth“ steht für „men­schen – tech­nik – hilfsmittel“.

Die Bera­tungs­stel­le Bin­nin­gen wird ins Zen­trum Oen­sin­gen, die Bera­tungs­stel­le Neu­en­burg ins Zen­trum Lau­sanne inte­griert. Ein zwei­ter, auf drei Jah­re abge­schlos­se­ner Leis­tungs­ver­trag mit dem BSV aner­kennt die wach­sen­de Kom­pe­tenz der SAHB. Der Geschäfts­be­richt ver­merkt stolz: Die Geschich­te der SAHB „Der Erfolg der SAHB der letz­ten Jah­re besteht dar­in, mit einem prak­tisch kon­stan­ten Per­so­nal­be­stand und einem kaum gestie­ge­nen Finanz­be­darf von 7,7 Mio. Fran­ken Jahr für Jahr bes­se­re Resul­ta­te zu erwirtschaften.“

Die SAHB wird nach der ISO-Norm 9001 zer­ti­fi­ziert – Beleg für pro­fes­sio­nel­les Qua­li­täts­ma­nage­ment, kon­se­quen­te Kun­den­ori­en­tie­rung und ste­ti­ges Bemü­hen um eine Ver­bes­se­rung der SAHBDienstleistungen.

folgt der drit­te Leis­tungs­ver­trag mit dem BSV, dies­mal mit einer Lauf­zeit von 5 Jah­ren – ein Zei­chen des Vertrauens.

Fach­zeit­schrift und Hilfs­mit­tel­aus­stel­lung erhal­ten ein neu­es Erschei­nungs­bild: Aus „mth“ wird Exma INFO, aus der Exma-Aus­­s­tel­­lung Exma VISION.

Die SAHB fei­ert ihr 25-jäh­ri­­ges Bestehen mit ver­schie­de­nen Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tun­gen in Oen­sin­gen, Bern, Sierre, Brüt­ti­sel­len, Horw, St. Gal­len, Le Mont-sur-Lau­­san­ne und Quartino.

Auf­bau des Fach­be­reichs Ortho­pä­die. Das Hilfs­mit­tel­zen­trum Sierre wird nach Sion verlegt.

Der Leis­tungs­ver­trag mit dem BSV wird auf unbe­stimm­te Zeit verlängert.

Das HMZ Chur wird aus wirt­schaft­li­chen Grün­den per Ende Sep­tem­ber 2009 geschlos­sen und dem HMZ St. Gal­len ange­scglos­sen. Die Auf­trä­ge wer­den durch einen Mit­ar­bei­ten­den aus dem Raum Chur bearbeitet.

Die SAHB-Geschäfts­­s­tel­­le bie­tet in Oen­sin­gen erst­mals eine kauf­män­ni­sche Lehr­stel­le an.

Das BSV beauf­tragt die SAHB mit dem Auf­bau des Fach­be­reichs „Elek­tro­ni­sche Hilfs­mit­tel“: Dazu gehö­ren Gerä­te zur Umwelt­kontrolle und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­hil­fen – beson­ders der zwei­te Bereich erfor­dert die Anstel­lung neu­er Fach­kräf­te. Die SAHB gibt sich ein neu­es Erschei­nungs­bild – das fri­sche Grün signa­li­siert Aufbruch.
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Die SAHB hat sich zu einem schweiz­weit ein­zig­ar­ti­gen Kom­pe­tenz­zen­trum für Hilfs­mit­tel­fra­gen ent­wi­ckelt. Die acht Hilfs­mit­tel­zen­tren Itti­gen, Brüt­ti­sel­len, Horw, Le Mont-sur-Lau­­san­ne, Oen­sin­gen, Quar­ti­no, Sion und St. Gal­len leis­ten jähr­lich über 12’000 Bera­tun­gen und fach­tech­ni­sche Beur­tei­lun­gen. Sie schaf­fen Trans­pa­renz im Hilfs­mit­tel­markt und unter­hal­ten qua­li­ta­tiv ein­wand­freie Hilfs­mit­tel mit dem Ziel, kost­spie­li­ge Fehl­ver­sor­gun­gen zu verhindern.

Der Leis­tungs­ver­trag wird neu auf­ge­teilt in einer­seits einen für die Bewirt­schaf­tung des Hilfs­mit­tel­de­pot und ande­rer­seits einen für die fach­tech­ni­schen Beur­tei­lun­gen (Exper­ti­sen).

Das HMZ Luzern zog am 1. Mai 2019 nach Luzern-Lit­­tau um. Was einst als klei­nes Hilfs­mit­tel­zen­trum in Horw begann, hat sich mitt­ler­wei­le zu einem mit­tel­gros­sen Stand­ort ent­wi­ckelt, der sie­ben Kan­to­ne betreut. Mit der wach­sen­den Nach­fra­ge stie­gen nicht nur der Per­so­nal­be­darf, son­dern auch die Anfor­de­run­gen an die Lager­flä­che, um das stei­gen­de Arbeits­vo­lu­men effi­zi­ent abwi­ckeln zu können.

Die SAHB führt ein IKS-Sys­­tem (Inter­nes Kon­­­troll-Sys­­tem) ein, da es Pflicht ist für eine ordent­li­che Revision.

Wäh­rend der Pan­de­mie ist der wert­vol­le per­sön­li­che Kon­takt mit unse­ren Kli­en­ten stark ein­ge­schränkt. Auch die Aus­stel­lung in Oen­sin­gen muss mehr­heit­lich geschlos­sen bleiben.

Nach drei Jah­ren inten­si­ver Pla­nung und anschlies­sen­dem Umbau, konn­te das HMZ St. Gal­len an den neu­en Stand­ort an der Lukasstras­se umzie­hen. Der Stand­ort an der Bogen­stras­se war mit 600 m² Lager­flä­che und begrenz­tem Platz für Werk­statt und Büros zuneh­mend zu klein gewor­den. Auch die wach­sen­de Beleg­schaft mach­te den Umzug not­wen­dig. In den neu­en 1200 m² Räum­lich­kei­ten bie­ten sich nun bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen, mehr Platz für Lage­rung und Werk­statt sowie eine effi­zi­en­te­re Orga­ni­sa­ti­on. Auch Daten­schutz und Arbeits­ab­läu­fe wur­den durch die bes­se­re Infra­struk­tur optimiert.

Mit der Pen­sio­nie­rung von Ueli Sie­grist ende­te eine Ära für die SAHB. Als lang­jäh­ri­ger Geschäfts­füh­rer hat er mit sei­nem Enga­ge­ment und sei­ner Visi­on mass­geb­lich zur Ent­wick­lung der SAHB bei­tra­gen. An sei­ne Stel­le tritt Doris Sel­ten­ho­fer, die ab Janu­ar die Geschäfts­lei­tung über­nimmt und mit fri­schen Impul­sen unse­re Mis­si­on wei­ter vorantreibt.

Auch im Vor­stand gab es bedeu­ten­de Ver­än­de­run­gen: Nach den Neu­wah­len durch die Mit­glie­der­ver­samm­lung besteht der Vor­stand der SAHB nun aus sie­ben Mit­glie­dern, von denen vier selbst mit Behin­de­run­gen leben. Die­ses star­ke Signal unter­streicht unser Bekennt­nis zu Inklu­si­on und geleb­ter Diver­si­tät – Wer­te, die das Fun­da­ment unse­rer Arbeit bilden.

Die Visi­on, Mis­si­on und das Leit­bild der SAHB wer­den grund­le­gend über­ar­bei­tet. Unter­neh­mens­wei­te Wer­te wer­den eingeführt.