Die Geschichte der SAHB
Seit 1980 engagieren wir uns für mehr Unabhängigkeit im Alltag mit Behinderung. Was als kleine Arbeitsgemeinschaft begann, ist heute ein schweizweit anerkanntes Kompetenzzentrum für Hilfsmittelberatung.
| 1981–1983 | Sepp Aebi | Schweizerisches Wohn- und Arbeitszentrum für Mobilitätsbehinderte IWAZ |
| 1983–1992 | Walter Lerch | Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft |
| 1992–2004 | Hannes Steiger | Procap Schweiz |
| 2004–2020 | Marcel Schenk | Pro Senectute |
| 2020–2024 | Peter Kalt | Procap Schweiz |
| 2024– | Ndiya Dimgba | Pro Infirmis |
| 1982 – 1991 | Max Knecht |
| 1991 – 1994 | Adrian Kempf |
| 1994 – 2006 | Ernest Witschard |
| 2006 – 2024 | Ulrich Siegrist |
| 2024 - | Doris Seltenhofer |
Meilensteine
Am 17. November 1980 gründen verschiedene Hilfswerke die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittelberatung für Behinderte und Betagte (SAHB). Das Ziel: Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit in den Bereichen Wohnen, Fortbewegung und Arbeit unabhängig zu beraten. Die SAHB will dezentral arbeiten, um möglichst nahe bei ihren Kunden zu sein. Das Konzept sieht eine Geschäftsstelle, eine Ausstellung für Hilfsmittel und regionale Beratungsstellen vor.
Am 7. September 1981 nimmt Jakob Bertschinger als erste Berater seine Tätigkeit auf. Die Beratungsleistungen sind gefragt, die Arbeitslast ist erheblich. Die SAHB wird von der Invalidenversicherung finanziell unterstützt, daneben beschafft sie ihre Mittel durch Mitgliederbeiträge und Spenden.
Max Knecht wird erster SAHB-Geschäftsführer mit Büro im zürcherischen Wetzikon. Eröffnung der Beratungsstelle Oensingen
öffnet die Hilfsmittel-Ausstellung Exma ihre Tore. Eröffnung der Beratungsstelle Lausanne
sind in Balgrist, Wetzikon (Zürich), Plein Soleil (Lausanne) und Oensingen vier Reparaturwerkstätten in Betrieb.
wird die Mitgliedschaft erweitert: Neu können auch Selbsthilfeorganisationen, Berufsorganisationen, Versicherungsträger und gemeinnützige private Körperschaften der SAHB beitreten. Um die hoch gesteckten Ziele erreichen zu können, beschliesst der Verein eine Übergangsfinanzierung für die nächsten drei Jahre: Die angeschlossenen Mitgliedorganisationen verpflichten sich, in diesem Zeitraum das Defizit für die Umsetzung des Konzepts zu decken.
Die erste Tessiner Beratungsstelle nimmt in Bellinzona ihren Betrieb auf. Ende Jahr begrüsst die Hilfsmittel-Ausstellung Exma den 10’000sten Besucher.
öffnen die Beratungsstellen Horw (Luzern) und Bad Ragaz (St. Gallen) ihre Tore.
Die SAHB übernimmt im Auftrag des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) die Bewirtschaftung der IV-Depots. Dies gewährleistet auf lange Sicht eine kompetente Beratung und professionelle Instandstellung der Hilfsmittel. Im selben Jahr werden die Beratungsstellen Hauterive (Neuenburg) und Bern (in den Räumlichkeiten des Inselspitals) eröffnet. Für die Aussenstellen wird ein neues Konzept erarbeitet: Sie sind künftig Beratungsstelle, Reparaturwerkstätte und Hilfsmittel-Depot in einem. Als erstes werden Bellinzona und Horw zu einem Hilfsmittelzentrum zusammengeführt. In der Exma Oensingen wird vom 3. Oktober bis 30. November die Sonderausstellung „Kommunikation – Technik als Brücke von Mensch zu Mensch“ gezeigt.
Eröffnung der Beratungsstelle Sierre (Wallis). Die SAHB beschäftigt inzwischen 25 Mitarbeitende und wird von 27 Institutionen getragen. Der erste Zusammenarbeitsvertrag mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) garantiert der SAHB einen jährlichen Betriebsbeitrag und sichert die zukünftige Beratungstätigkeit.
Die SAHB richtet sich strategisch neu aus: Der Verein gibt sich eine neue Führungsstruktur; die Hilfsmittelzentren werden stärker vernetzt und die Arbeitsabläufe vereinheitlicht.
Einweihung des neuen SAHB-Hauptsitzes in Oensingen (Solothurn): Er vereint die Geschäftsstelle, die Exma-Ausstellung und das Hilfsmittelzentrum Nord unter einem Dach. Eröffnung der Beratungsstelle Binningen (Baselland)
Publikation der ersten Fachzeitschrift „mobil“ (heute „Exma INFO“). Die IV anerkennt die SAHB als offizielle Stelle für die Bewirtschaftung der IV-Hilfsmittel: Das Pflichtenheft umfasst Bedarfsabklärungen, Rücknahmen, Lagerhaltung, Instandstellung und fachgerechte Entsorgung der Hilfsmittel. Eröffnung der Beratungsstelle St. Gallen – die SAHB zählt damit elf Beratungsstellen in der ganzen Schweiz.
Der Vorstand verabschiedet ein neues Leitbild. Die SAHB zählt 60 Mitarbeitende und will künftig das Personal intensiver schulen.
Die Anzahl der Beratungen und Abklärungen steigt von jährlich 4000 (1994) auf 6000
Der erste Leistungsvertrag zwischen SAHB und BSV tritt in Kraft. Darin sind alle inhaltlichen (Führung der Hilfsmitteldepots, Abklärungen und allgemeine Aufgaben), qualitativen und finanziellen Vorgaben festgehalten. Die SAHB hat gegenüber dem BSV eine Berichterstattungspflicht (Reporting). Die Exma realisiert in ihren Ausstellungsräumen erstmals eine behindertengerechte Musterwohnung. Die SAHB-Fachzeitschrift erhält ein neues Konzept und einen neuen Namen: Das Kürzel „mth“ steht für „menschen – technik – hilfsmittel“.
Die Beratungsstelle Binningen wird ins Zentrum Oensingen, die Beratungsstelle Neuenburg ins Zentrum Lausanne integriert. Ein zweiter, auf drei Jahre abgeschlossener Leistungsvertrag mit dem BSV anerkennt die wachsende Kompetenz der SAHB. Der Geschäftsbericht vermerkt stolz: Die Geschichte der SAHB „Der Erfolg der SAHB der letzten Jahre besteht darin, mit einem praktisch konstanten Personalbestand und einem kaum gestiegenen Finanzbedarf von 7,7 Mio. Franken Jahr für Jahr bessere Resultate zu erwirtschaften.“
Die SAHB wird nach der ISO-Norm 9001 zertifiziert – Beleg für professionelles Qualitätsmanagement, konsequente Kundenorientierung und stetiges Bemühen um eine Verbesserung der SAHBDienstleistungen.
folgt der dritte Leistungsvertrag mit dem BSV, diesmal mit einer Laufzeit von 5 Jahren – ein Zeichen des Vertrauens.
Fachzeitschrift und Hilfsmittelausstellung erhalten ein neues Erscheinungsbild: Aus „mth“ wird Exma INFO, aus der Exma-Ausstellung Exma VISION.
Die SAHB feiert ihr 25-jähriges Bestehen mit verschiedenen Jubiläumsveranstaltungen in Oensingen, Bern, Sierre, Brüttisellen, Horw, St. Gallen, Le Mont-sur-Lausanne und Quartino.
Aufbau des Fachbereichs Orthopädie. Das Hilfsmittelzentrum Sierre wird nach Sion verlegt.
Der Leistungsvertrag mit dem BSV wird auf unbestimmte Zeit verlängert.
Das HMZ Chur wird aus wirtschaftlichen Gründen per Ende September 2009 geschlossen und dem HMZ St. Gallen angescglossen. Die Aufträge werden durch einen Mitarbeitenden aus dem Raum Chur bearbeitet.
Die SAHB-Geschäftsstelle bietet in Oensingen erstmals eine kaufmännische Lehrstelle an.
Das BSV beauftragt die SAHB mit dem Aufbau des Fachbereichs „Elektronische Hilfsmittel“: Dazu gehören Geräte zur Umweltkontrolle und Kommunikationshilfen – besonders der zweite Bereich erfordert die Anstellung neuer Fachkräfte. Die SAHB gibt sich ein neues Erscheinungsbild – das frische Grün signalisiert Aufbruch.
![[Titel] - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz 61](https://sahb.ch/wp-content/uploads/2026/01/Gebaeude-Oensingen-1-e1769438064267-949x1024.jpg)
Die SAHB hat sich zu einem schweizweit einzigartigen Kompetenzzentrum für Hilfsmittelfragen entwickelt. Die acht Hilfsmittelzentren Ittigen, Brüttisellen, Horw, Le Mont-sur-Lausanne, Oensingen, Quartino, Sion und St. Gallen leisten jährlich über 12’000 Beratungen und fachtechnische Beurteilungen. Sie schaffen Transparenz im Hilfsmittelmarkt und unterhalten qualitativ einwandfreie Hilfsmittel mit dem Ziel, kostspielige Fehlversorgungen zu verhindern.
Der Leistungsvertrag wird neu aufgeteilt in einerseits einen für die Bewirtschaftung des Hilfsmitteldepot und andererseits einen für die fachtechnischen Beurteilungen (Expertisen).
Das HMZ Luzern zog am 1. Mai 2019 nach Luzern-Littau um. Was einst als kleines Hilfsmittelzentrum in Horw begann, hat sich mittlerweile zu einem mittelgrossen Standort entwickelt, der sieben Kantone betreut. Mit der wachsenden Nachfrage stiegen nicht nur der Personalbedarf, sondern auch die Anforderungen an die Lagerfläche, um das steigende Arbeitsvolumen effizient abwickeln zu können.
Die SAHB führt ein IKS-System (Internes Kontroll-System) ein, da es Pflicht ist für eine ordentliche Revision.
Während der Pandemie ist der wertvolle persönliche Kontakt mit unseren Klienten stark eingeschränkt. Auch die Ausstellung in Oensingen muss mehrheitlich geschlossen bleiben.
Nach drei Jahren intensiver Planung und anschliessendem Umbau, konnte das HMZ St. Gallen an den neuen Standort an der Lukasstrasse umziehen. Der Standort an der Bogenstrasse war mit 600 m² Lagerfläche und begrenztem Platz für Werkstatt und Büros zunehmend zu klein geworden. Auch die wachsende Belegschaft machte den Umzug notwendig. In den neuen 1200 m² Räumlichkeiten bieten sich nun bessere Arbeitsbedingungen, mehr Platz für Lagerung und Werkstatt sowie eine effizientere Organisation. Auch Datenschutz und Arbeitsabläufe wurden durch die bessere Infrastruktur optimiert.
Mit der Pensionierung von Ueli Siegrist endete eine Ära für die SAHB. Als langjähriger Geschäftsführer hat er mit seinem Engagement und seiner Vision massgeblich zur Entwicklung der SAHB beitragen. An seine Stelle tritt Doris Seltenhofer, die ab Januar die Geschäftsleitung übernimmt und mit frischen Impulsen unsere Mission weiter vorantreibt.
Auch im Vorstand gab es bedeutende Veränderungen: Nach den Neuwahlen durch die Mitgliederversammlung besteht der Vorstand der SAHB nun aus sieben Mitgliedern, von denen vier selbst mit Behinderungen leben. Dieses starke Signal unterstreicht unser Bekenntnis zu Inklusion und gelebter Diversität – Werte, die das Fundament unserer Arbeit bilden.
Die Vision, Mission und das Leitbild der SAHB werden grundlegend überarbeitet. Unternehmensweite Werte werden eingeführt.