Im Laufe der Jahre verändert sich das Leben – oft schleichend. Das Seh- und Hörvermögen nehmen allmählich ab, und auch die körperliche sowie geistige Belastbarkeit lässt nach. Wer Eltern in einem gewissen Alter hat, bemerkt früher oder später viele kleine Veränderungen in ihrem Verhalten. Umso wichtiger ist es, dass Angehörige mit Verständnis reagieren und behutsam auf diese Entwicklungen hinweisen. Denn je älter ein Mensch wird, desto schwerer fallen Veränderungen. Sie können Unsicherheit oder sogar Angst auslösen – und nicht selten zeigt sich dies in einer gewissen Sturheit. Ein einfühlsamer und respektvoller Umgang ist deshalb entscheidend, um gemeinsam gute Lösungen zu finden.
Ältere Menschen tun sich teilweise schwer damit, in ein Alters- oder Pflegeheim zu ziehen. Das Bild von herumsitzenden, gelangweilten Menschen ist in vielen Köpfen verankert, doch diese Zeiten sind längst vorbei. In den meisten Institutionen gibt es heute abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramme und vielfältige Aktivitäten und die Bewohnerinnen und Bewohner profitieren zusätzlich vom sozialen Umfeld vor Ort.
Dennoch ist es wichtig zu wissen: Es ist im Interesse aller, dass Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben können, denn dies ist nach wie vor günstiger als ein Umzug in ein Heim oder eine andere Institution. Im Folgenden geben wir Tipps und zeigen auf, welche Hilfsmittel ältere Menschen unterstützen können.
Bei der Auswahl von Hilfsmitteln ist es wichtig, individuelle Bedürfnisse und Vorlieben zu berücksichtigen. Eine professionelle Beratung sowie die richtige Anpassung der Hilfsmittel sind dabei entscheidend. Die SAHB berät Interessierte unabhängig, und auch Fachpersonen aus der Physio- oder Ergotherapie können dabei unterstützen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. In der Ausstellung der SAHB in Oensingen (SO), der Exma VISION, haben Interessierte zudem die Möglichkeit, viele Hilfsmittel direkt auszuprobieren.
Der Rollator bietet Stabilität und Sicherheit beim Gehen.
Dank einem Elektroscooter sind Menschen mit Mobilitätseinschränkungen unabhängig unterwegs.

Notrufsysteme sind Gold wert, wenn jemand schnell Hilfe anfordern muss.
Haltegriffe bieten viel Sicherheit beim Toilettengang und bei der Körperpflege.
Ein Duschsitz reduziert die Sturzgefahr beim Duschen.
Ein Badebrett erleichtert den Einstieg in die Badewanne.
Selbstständig unterwegs dank Mobilitätshilfen
Dank Hilfsmitteln können Seniorinnen und Senioren weiterhin aktiv und selbstständig am täglichen Leben teilnehmen und ihre Lebensqualität erheblich steigern. Für Personen, die nicht mehr so gut zu Fuss unterwegs sind, ist ein Rollator ein wertvolles Hilfsmittel, da er Sicherheit beim Gehen bietet und Stürze verhindern kann. Dank der Bremsen ist die nutzende Person auch beim Bergabgehen sicher unterwegs. Möchte die Person selbstständig einkaufen, hilft ein Rollator mit Sitzgelegenheit sowie Korb oder Tasche enorm: Einkäufe können sicher verstaut werden, und bei Ermüdung besteht die Möglichkeit, sich kurz auszuruhen. Eine weitere gute Möglichkeit zum unabhängigen und sicheren Fortbewegen ist ein Elektroscooter mit drei oder vier Rädern.
Manchmal ist ein Rollstuhl das passende Hilfsmittel. Rollstühle gibt es in allen möglichen Varianten – von Standardrollstühlen, die sich manuell bedienen lassen, über Elektrorollstühle für drinnen und draussen bis hin zu Spezialrollstühlen wie Stehrollstühlen oder Reiserollstühlen. Kurz gesagt: Es gibt für jedes Bedürfnis die passende Lösung.
Technologien auf dem Vormarsch
Auch elektronische Hilfsmittel spielen im barrierefreien Leben eine immer grössere Rolle. Mit Smart-Home-Systemen steuert man Licht, Temperatur, Sicherheit und mehr per Sprachbefehl oder Smartphone – einfach per Knopfdruck und ohne Kraftaufwand.
Ein Notrufsystem – in Form eines Armbands, einer Kette oder eines Mobilgeräts – bietet Seniorinnen und Senioren sowie ihren Angehörigen ein Gefühl der Sicherheit. Per Knopfdruck können Nutzende im Notfall rasch Hilfe rufen.
Gesundheits- und Fitness-Tracker messen Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz, Schlaf und Aktivität. Erinnerungssysteme helfen dabei, dass unter anderem das Einnehmen von Medikamenten oder andere Aufgaben nicht vergessen gehen. Smartphones, Tablets und Computer werden zudem immer altersgerechter und barrierefreier: Die Textvergrösserung macht Inhalte besser lesbar, und viele Geräte bieten integrierte Optionen zur Anpassung der Schriftgrösse, sodass ältere Menschen digitale Medien ohne Einschränkungen nutzen können. Alternativ können sich Texte auch vorlesen lassen. Zudem gibt es Apps, die das Gedächtnis trainieren.
Hilfsmittel für zu Hause
Damit jemand so lange wie möglich zu Hause wohnen kann, ist es wichtig, das Umfeld entsprechend zu gestalten. Um Stürze zu verhindern, sollten unnötige Stolperfallen wie Teppiche oder Blumentöpfe entfernt werden. Auch dunkle Ecken sollten gut ausgeleuchtet sein. Generell gilt: Weniger ist oft mehr, und man bewegt sich dadurch freier und sicherer in den eigenen vier Wänden.
Sicher vor Stürzen im Badezimmer
Insbesondere im Badezimmer, wo der Boden rutschig sein kann, sind Haltegriffe und ‑stangen Gold wert. Sie bieten Halt und Stabilität beim Benutzen des WCs, in der Dusche oder der Badewanne und senken das Risiko von Stürzen erheblich. Die Montage sollte durch Fachpersonen erfolgen. Weitere Hilfen im Bad sind Duschsitze, Dusch-WCs oder WC-Sitzerhöhungen. Ein Badebrett unterstützt beim Ein- und Ausstieg aus der Badewanne. Wichtig ist zudem, dass sich Duschkabinentüren gegen aussen öffnen lassen, damit im Notfall eine hilfsbedürftige Person rasch unterstützt werden kann.
Rutschfeste Bodenbeläge können im Bad, aber auch im Rest der Wohnung verlegt werden. Sie bieten einen zusätzlichen Schutz vor Ausrutschen und Fallen.
Übrigens: Was ist, wenn man bei der Körperpflege Hilfe braucht? In den Kantonen gibt es Vermittlungsstellen für Organisationen, die älteren Menschen zu einem vergünstigten Preis ihre Dienste anbieten. Verschiedene Spitex-Organisationen bieten einen solchen Dienst ebenfalls – für die Körperpflege sowie für die Reinigung zu Hause. Verschreibt die Hausärztin oder der Hausarzt eine solche Unterstützung, übernehmen die Krankenkassen einen Teil der Kosten. Es lohnt sich also, dies abzuklären.

Ein Sitztreppenlift braucht wenig Platz und bringt Personen sicher von einem Stockwerk ins andere.
Ein Bett mit Seitengittern und Kippfunktion erleichtert den Ein- und den Ausstieg.

Ein multifunktionaler Aufstehsessel bringt Nutzende in die richtige Position – ob beim bequemen Liegen, beim Lesen oder als Hilfe zum Aufstehen.
Zu Hause Schwellen und Stufen überwinden
Barrierefreiheit ist der Schlüssel, wenn es um das Wohlbefinden älterer Menschen geht. Dank einer barrierefreien Umgebung bewegen sie sich frei und ungehindert in ihren eigenen vier Wänden.
Rampen und breite Türen erleichtern den Zugang und die Mobilität in der häuslichen Umgebung. Sie ermöglichen Menschen mit Gehhilfen oder im Rollstuhl, sich ohne fremde Hilfe zu bewegen, und fördern somit die Selbstständigkeit und Freiheit im Alltag.
Treppen lassen sich mit einem Treppenlift einfach überwinden. Treppenlifte gibt es in den unterschiedlichsten Varianten – egal, ob für gerade oder kurvige Treppen. Fest montierte Handläufe sind sehr nützlich. Beidseitig angebracht, schützen sie vor Stürzen und bieten mehr Sicherheit beim Treppensteigen.
Gut schlafen
Ein Niederflurbett oder auch Niederbett ist ein Pflegebett, das sich sehr weit nach unten absenken lässt. Dies erleichtert Nutzenden das Einsteigen ins und das Aussteigen aus dem Bett und minimiert die Sturzgefahr. Ein Bett mit Seitengittern schützt zudem vor dem Herausfallen während des Schlafens.
Sitzgelegenheiten mit Extrakomfort
Ergonomisch gestaltete und leicht zugängliche Sitzgelegenheiten erhöhen den Komfort und die Sicherheit bei alltäglichen Aktivitäten wie Essen, Lesen oder Fernsehen. Sie können dazu beitragen, dass ältere Menschen länger selbstständig bleiben und sich ihre Lebensqualität verbessert. Dies können unter anderem Sessel und Stühle mit einer integrierten Aufstehhilfe sein.
Kleine Hilfsmittel mit grosser Wirkung von der Rheumaliga
Die Rheumaliga führt clevere Hilfsmittel, die die Gelenke entlasten und ein selbstständiges Arbeiten in der Küche ermöglichen, zum Beispiel einen Schraubdeckelöffner. Dieser verfügt über gezackte Greifbacken, die sich auf diverse Deckelgrössen einstellen lassen. Den Edelstahlgriff umfasst man mit lockerem Faustgriff, und durch die Hebelwirkung braucht es deutlich weniger Kraft, um den Drehverschluss zu öffnen.
Volle Pfannen sind schnell schwer. Dank einem mobilen Griff erhält eine Pfanne mit einem Haltegriff rasch einen zweiten, sodass sich das Gewicht auf beide Hände verteilt. Der Haltegriff passt auf alle Pfannen und ist leicht anzubringen. Eine rutschfeste Unterlage hilft dabei, dass Schneidebretter während des Arbeitens sicher an Ort und Stelle bleiben. Tipp: Eine solche Unterlage spart auch beim Öffnen von Verschlüssen oder beim Rühren Kraft in der Haltehand.
Die Rheumaliga hat auch eine Rüstmatte im Angebot, die nur 36 Gramm wiegt. Besonders praktisch: Da sie biegsam ist, lässt sich das Schnittgut beidhändig in die Schüssel gleiten.
Hören und Sehen
Nimmt im Alter das Hör- oder Sehvermögen ab, erschwert das die Kommunikation und die soziale Interaktion enorm. Das Anschaffen eines Hörgeräts sollten Betroffene daher rechtzeitig prüfen. Beantragen sie dieses vor dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters, kommen sie auch danach in den Genuss der Besitzstandwahrung. Das bedeutet, dass von der IV finanzierte Hilfsmittel im AHV-Alter weiterfinanziert werden. Nutzen Betroffene das Hörgerät erst später, können sie bei der AHV einen Beitrag an die Kosten beantragen. Ähnlich verhält es sich bei Sehhilfen für den Nahbereich: Gewöhnt man sich früh an eine Bifokalbrille, ist die Umstellung einfacher, als wenn der Nahbereich eine starke Korrektur benötigt.
Für Menschen mit Sehschwächen erleichtern Vergrösserungsgläser das Lesen von Texten in Büchern, Zeitschriften oder auf Verpackungen erheblich.
Bewegung und gezieltes Training
Bewegung ist gut für das Immunsystem sowie die psychische und physische Gesundheit, für einen entspannten Schlaf und ein stabiles Gewicht. Durch regelmässiges Training kann man Kraft und Gleichgewicht verbessern sowie das Sturzrisiko deutlich senken.
Bewegung ist gut für das Immunsystem sowie die psychische und physische Gesundheit, für einen entspannten Schlaf und ein stabiles Gewicht. Durch regelmässiges Training kann man Kraft und Gleichgewicht verbessern sowie das Sturzrisiko deutlich senken.
Beratungsstellen helfen
Ist eine Person nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen, tut sich der Partner oder die Partnerin sehr schwer, den Umzug für diese Person in eine Institution zu unterstützen. Nach vielen Jahren des Zusammenseins fühlen sich die meisten verantwortlich für die andere Person und wollen diesen Schritt selbst organisieren. Doch es lohnt sich, Hilfe von Beratungsstellen für den Übertritt in eine Institution zu holen.

Dank der Hebelwirkung des Schraubdeckelöffners lässt sich ein Drehverschluss mit wenig Kraftaufwand öffnen. Quelle: Rheumaliga Schweiz
Aus eins mach zwei: Dank einem mobilen Haltegriff lässt sich eine Pfanne besser tragen. Quelle: Rheumaliga Schweiz